Von Thomas KraftDas Konjunkturpaket ist für die Klingenhalle ein Glücksfall. Von den 16,6 Millionen Euro, die Solingen als Finanzspritze erhält, will die Stadt allein 4,8 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau der Sport- und Schwimmhalle am Weyersberg investieren. So sieht es die Prioritätenliste vor, die der Verwaltungsvorstand vergangene Woche erstellt hat. Ende des Monats müssen die Fraktionen des Stadtrats über die Vorschläge entscheiden. Und die Mehrheit aus CDU und SPD ist entschlossen, die einmalige Chance für die Klingenhalle zu nutzen.Ideen und Entwürfe liegen seit langem in der Schublade. „Den Löwenanteil des Geldes werden wir benötigen, um ein weiteres Becken anzubauen“, erklärt Wolfgang Zimdars vom Stadtdienst Sport und Freizeit. Er schätzt, dass etwa drei Viertel der Summe dafür nötig sein werden. Den Rest will die Stadt einsetzen, um das Dach und Teile der Fassade zu sanieren. Die Decke des Schwimmbades und die dort eingebaute Beleuchtung sind ebenso fällig. Und obwohl im vergangenen Jahr rund 800 000 Euro investiert wurden (unter anderem für die Umkleide und Dusche der Herren), ist der Damenbereich noch unerledigt. Bei einer Erweiterung des Bades wird hier auch mehr Platz gebraucht. Die Flächen sind da.Der Bau eines weiteren Beckens ist nötig, um zusätzliche Kapazität zu schaffen, wenn das Hallenbad an der Sauerbreystraße schließt. Dies ist im Sparkonzept der Stadt so vorgesehen, um Kosten im Bäderbetrieb zu senken. Die Wasserzeit, die Schulen und Vereine dann in Ohligs verlieren, muss die Klingenhalle durch Zusatzangebote ausgleichen. „Also müssen wir hier ein identisches Becken haben“, sagt Peter Nüse. „Es soll eine Länge von 25 Metern und eine Breite von 12,5 Metern haben und für Schwimmer wie Nichtschwimmer geeignet sein.“Planung und Bau benötigen knapp zwei JahreWeil die Glasfront des Klingenbades laut Nüse unter energetischen Gesichtspunkten ohnehin hinüber und deshalb auszutauschen ist, soll das neue Becken genau dort angrenzen - und zwar zwischen den Treppenanlagen. „Das passt“, sagt Ruth Schlep-hack-Müller vom städtischen Dienstleistungsbetrieb Gebäude. Sie arbeitet an der Machbarkeitsstudie.Wie die Bauhülle aussehen wird, kann Schlephack-Müller noch nicht sagen. „Wir stehen erst ganz am Anfang.“ Das Projekt im Detail zu planen und anschließend die Aufträge zu vergeben, dauere etwa ein Dreivierteljahr. Der Bau benötige anschließend weitere zwölf Monate.Konflikte mit den Zeitvorgaben des Konjunkturpakets befürchtet Nüse nicht. „Bis 2011 muss die Maßnahme abgeschlossen sein. Wenn wir also im Laufe des Jahres wissen, was wir genau bauen müssen, dürfte die Frist kein Problem darstellen.“Um das Klingenbad für die Zukunft fit zu machen, habe die Stadt noch einen weiteren Joker in der Hinterhand, sagt Peter Nüse. „Wir überlegen, die Halle mit Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk zu versorgen. Das könnte die Energiekosten pro Jahr um 140 000 Euro senken.“