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19.06.2009 09:35
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Schwimmvereine zu Abstrichen bereit

Von Karl-Josef Überall

Die Solinger Schwimmvereine haben gute Karten, dass sich der Stadtrat am 25. Juni für einen Zwei-Becken-Anbau an das Klingenbad entscheidet. Bis auf die CDU haben dies die anderen Parteien nämlich angekündigt (siehe auch Kasten rechts). Doch auf eine politische Mehrheit allein wollen sich die Vereine nicht verlassen. Der Vorstand des Ortsverbands Solinger Schwimmer (OSS), die Dachorganisation der zwölf Wassersport treibenden Vereine, suchte deshalb zuletzt das Gespräch mit dem Sportdezernenten Norbert Feith (CDU). „Wir sind zumindest auf Verständnis mit unserer Kritik gestoßen“, berichtet Kurt Junker, 2. OSS-Vorsitzender.

WIDERSTAND

DROHENDE NIEDERLAGe Das Rathaus und die CDU bereiten sich mit ihrem Modell des Ein-Becken-Anbaus auf eine Niederlage in der Ratssitzung am kommenden Donnerstag vor. Nach SPD, FDP, BfS und FBU lehnen jetzt auch die Grünen diesen Vorschlag ab. Sie sehen eine „Verknappung von Wasserfläche“ und fordern daher neben dem neuen 25-Meter-Becken an der Klingenhalle, das Hallenbad Ohligs nicht zu schließen. Das Hallenbad Vogelsang soll weiter ausschließlich Familienbad bleiben.

Kritik Die CDU lehnt die Forderung nach einen zweiten Becken ab. Bildungspolitikerin Nicole Molinari fürchtet, dass für die Mehrausgaben Geld bei Schulprojekten gestrichen wird, die auch durch das Konjunkturpaket finanziert werden sollen.

Der Verwaltungsvorschlag sieht nur den Anbau eines Beckens im Klingenbad vor. Angeboten hatte die Stadt den Vereinen als Ausgleich zusätzliche Zeiten im Klingenbad am frühen Nachmittag und späten Abend. „Das wäre alles in der Praxis nicht umsetzbar“, meint Junker. „Fakt ist, dass wir den heutigen Standard nicht halten können, wenn nur ein Becken angebaut wird.“ Im Gegenzug will die Stadt nämlich aus Spargründen das Ohligser Hallenbad schließen. Auch in der Birker Straße, die künftig die Lebenshilfe betreiben möchte, haben dann nur noch Schulen Platz. Dieser Verlust an Wasserstunden muss im ausgebauten Klingenbad aufgefangen werden.

Die große Lösung mit zwei Becken und einem Investitionsvolumen von insgesamt 6,1 Millionen Euro ist um 800 000 Euro teurer als der Verwaltungsvorschlag.

Um ihr Wunschmodell zu realisieren, sind die Vereine auch zu Zugeständnissen bereit. „Wir würden beispielsweise auf einen Hubboden verzichten“, sagt Kurt Junker. Also kein Bad mehr mit einem mechanisch absenkbaren Beckenboden, der verschiedene Wassertiefen (bis 3,40 Meter) zulässt, aber auch 350 000 Euro kostet. Je flacher das Becken, desto niedriger die Kosten, argumentieren die Schwimmer. „Da sind sicherlich Einsparmöglichkeiten drin“, sagt Junker. Und weil der Klingenbad-Anbau in erster Linie der Schwimm-ausbildung der Vereine dienen soll, würde auch eine Tiefe von rund einem Meter in dem zweiten Becken (Lehrschwimmbecken) reichen.