Viele Sorgen, große Unsicherheit: Was kommt auf die Schwimmer zu, wenn Stadt und Politik den Neubau eines Kombi-Bades durchsetzen? Kommen Schulen und Vereine noch ausreichend zum Zuge, wenn gleichzeitig die Hallenbäder in Ohligs und am Vogelsang sowie die Freibäder im Ittertal, in der Heide und im Schellbergtal von der Bildfläche verschwinden? Beim Bädergespräch der SPD am Donnerstagabend beruhigte Sportdezernent Ernst Schneider (CDU) die große Schar der Schwimmer. Denn durch den geplanten Ausbau der Klingenhalle sowie die gleichzeitig erwartete Übernahme des Birker Bades durch die Lebenshilfe verspricht Schneider den Vereinen und Schulen ebenso viel Wasserfläche und ebenso viele Zeitkontingente wie bisher.„Stadtteildenken kostet nur unnötig viel Geld“Während ein Kombi-Bad im Westen der Stadt als Freizeit-Anlage weitgehend für Familien reserviert sein soll, ist die erweiterte Klingenhalle als Stützpunkt der Vereine gedacht. Zudem sollen dort auch Schüler ihre Bahnen ziehen, denen aber auch Einheiten im Birker Bad sowie im Kombi-Bad zugesichert werden. SPD-Chef Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver betonte gegenüber dem ST ausdrücklich den „enorm hohen Stellenwert“ der Schwimmausbildung. Doch das ist Paul-Werner Speck noch zu wenig. Der ehemalige Sportbund-Präsident hält zwar den angestrebten Befreiungsschlag der Stadt für alternativlos, weil der schlechte Zustand der Bäder ebenso dazu zwinge wie die desolate Haushaltslage. Aber er verlangt Garantien für die Schulen und Vereine, damit Ängste verschwinden, wie sie Sportlehrerin Susanne Möller plagen: „Es darf nicht nach dem Motto gehen ,Hauptsache die Kohle stimmt' - und am Ende leidet die Schwimmausbildung.“Das sei keineswegs zu befürchten, versichert Wolfgang Zimdars vom Stadtdienst Sport und Freizeit. Denn nicht die Wasserfläche in den Hallen (dort wird das ganze Jahr trainiert) werde reduziert, sondern die im Freien. Und zwar erheblich: künftig bloß noch 900 statt 5000 Quadratmeter.Das ist laut Müller-Stöver der einzig gangbare Weg. „Investitionen in isolierte Freibäder sind heute weggeschmissenes Geld“ - daher das Kombi-Bad-Konzept. Es soll ein ausreichendes Angebot gewährleisten, mehr Attraktivität in die Bäder-Landschaft (und damit wachsende Einnahmen) bringen und durch Schließungen Geld sparen. Paul-Werner Speck sieht darin die Zukunft. Allerdings verlange der Einschnitt die Kraft, endlich das Stadtteildenken zu überwinden. „Das kostet uns nur unnötig viel Geld und bringt keine Attraktivität.“ kra