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03.12.2008 09:29
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Schmutzwasser und Müll teurer
Von Melissa Wienzek

2009 wird einiges teurer - das ist nichts Neues. Auch die Entsorgungsbetriebe Solingen (EBS) erhöhen die Gebühren für Abfallentsorgung, Straßenreinigung und Schmutzwasser. Im Durchschnitt bedeutet dies einen Anstieg um 4,5 Prozent.

Für Familie Mustermann heißt das eine jährliche Mehrbelastung von 36,62 Euro. Die Familie ist wie folgt definiert: Vier Personen, die in einer 130 Quadratmeter großen Wohnung an einer Anliegerstraße leben, welche zweimal wöchentlich gereinigt wird und die in der Winterwartung die Prioritätenstufe 2 hat. Außerdem wird das 60 Liter-Müllgefäß der Familie wöchentlich geleert und die vier Personen verbrauchen jährlich 200 Kubikmeter Frischwasser. Die angegebenen Zahlen der Familie Mustermann beziehen sich auf die Mehrbelastung im Jahr 2009.

Kämmerer Ralf Weeke (SPD), der das Ressort 2 (Finanzen, Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, Steuern und Betriebe) betreut, stellt zusammen mit Siegfried Schulz, Leiter der Entsorgungsbetriebe Solingen, die neuen Gebühren für das kommende Jahr vor.

Schmutzwassergebühr: Erhöhung um 7,9 Prozent

Darüber wird sich Familie Mustermann ganz und gar nicht freuen: Mit einer jährlichen Mehrbelastung von 37,40 Euro ist die Schmutzwassergebühr der Spitzenreiter der Erhöhungen.

„Das Schmutzwasser errechnet sich aus dem Frischwasser-Verbrauch“, sagt der Kämmerer. Dieses kalkulierten die EBS im Vorfeld aber viel zu niedrig ein. Dieser Kosten-Gesamtblock muss nun auf alle Einheiten, also auf die Solinger Bürger, verteilt werden.

Abfallentsorgungsgebühr: Anstieg um 1,0 Prozent

Für die Solinger Familie Mustermann bedeutet die erhöhte Abfallentsorgungsgebühr eine Mehrbelastung von 1,58 Euro im Gegensatz zu 2008.

Für die Anhebung von 1,0 Prozent sind gleich mehrere Faktoren entscheidend. Erstens: Die Solinger Bürger benutzen weniger Müll-Behälter. „Es sind 226 Stück weniger als im Vorjahr“, erklärt Siegfried Schulz. „Das heißt: Die Leute machen einfach weniger Müll.“ Ralf Weeke erklärt: „Es gibt einen großen Kostenkuchen, der aufgeteilt wird. Je weniger Nutzer es gibt, desto größer wird das Kostenstück, das jeder bezahlen muss.“ Zweitens: Die Personal- und Treibstoffkosten sind gestiegen.

Straßenreinigungsgebühr: Erhöhung um 24,3 Prozent

Im Jahr 2009 zahlt Familie Mustermann 9,34 Euro mehr für die Straßenreinigung.

„Der Anstieg in diesem Bereich ist sehr deutlich“, sagt der Betriebsleiter. „Man muss aber dazu sagen, dass es hier im Vorjahr eine Senkung von 22 Prozent gab.“ Schulz: „Belastend für die Kalkulation der Gebühr waren insbesondere die gestiegenen Kapital-, Personal- und Treibstoffkosten.“ Außerdem habe die Stadt den Betrag, den sie dem Tochterunternehmen EBS zahlt, um etwa 25 Prozent verringert. Weniger Geld in der städtischen Kasse bedeute mehr Belastung für die Bürger.

Winterdienst- und Niederschlags- gebühr gesenkt

Etwas Positives gibt es jedoch für den Vier-Personen-Haushalt: Die EBS senken die Winterdienstgebühr um 51 Prozent in der Prioritätsstufe 2 (Anliegerstraße. - Prioritätsstufe 1: Hauptverkehrsstraßen, Senkung um 43,4 Prozent), also zahlt Familie Mustermann 6,63 Euro weniger. Ebenso bei der Niederschlagswassergebühr: Hier gibt es eine Senkung von 3,8 Prozent, sprich 5,07 Euro, weniger als 2008.