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21.10.2011 11:14
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Schärfste Klinge: Stadt plant die Gauck-Festtage

Zwei Tage wird Joachim Gauck in Solingen Station machen. Am 24. November erhält er im Theater und Konzerthaus bei einem Festakt den Ehrenpreis „Schärfste Klinge“. Am Morgen darauf nimmt sich der frühere DDR-Bürgerrechtler und ehemalige Leiter der Stasiakten-Behörde dann

PREISTRÄGER BISHER

10 Vorgänger Die „Schärfste Klinge“ wird seit 1978 verliehen. Die Preisträger bisher: Gaston Thorn (1978), Ernst Albrecht (1979), Bruno Kreisky (1980), Leopold Sedar Senghor (1981), Richard von Weizsäcker (1982), Alfred Grosser (1986), Gyula Horn (1991), Jutta Limbach (2002), Lothar Späth (2005), Jean-Claude Juncker (2008).

noch ein paar Stunden Zeit, um mit Jugendlichen aus der Klingenstadt ins Gespräch zu kommen. Im Kunstmuseum Solingen an der Wuppertaler Straße stellt sich Gauck den Fragen. Bis zu 60 Schüler können kommen. Noch sind Plätze frei. Die Anmeldung (siehe unten) läuft über die Stadt (pressestelle@solingen.de).

Großes Interesse, Plätze aufgestockt, Tageblatt verlost Karten

Gespräch – das ist der Fixpunkt für die diesjährige Preisverleihung. Das Rathaus plant gleich eine ganze Reihe von Veranstaltungen rund um die „Schärfste Klinge“. „Wir wollen aus der Verleihung ein Stadtgespräch machen“, erklärt Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU). Motto: Freiheit leben. „Wir glauben, dass dies genau zu diesem Preisträger passt“, sagt Feith. Der Stadtchef freut sich, mit Gauck eine „wichtige Symbolfigur“ zu präsentieren, einen Mann, der für die friedliche Revolution in der DDR steht.

Stadt-Pressesprecher Lutz Peters sieht einen hochaktuellen Bezug zum arabischen Frühling. „Die Menschen in der DDR wussten damals ebenso wenig, was sie erwartet, wie die in Ägypten oder in Libyen. Es ist lohnenswert, sich daran zu erinnern und darüber zu sprechen.“

Das Interesse am Festakt, zu dem auch der letzte Preisträger Jean-Claude Juncker (2008) erscheinen wird, sei in diesem Jahr sehr groß, berichtet Peters. Die Kapazität im Konzertsaal ist von 450 auf 600 Plätze aufgestockt worden. Wie viele davon für geladene Gäste reserviert sind und wie viele für Bürger bereit stehen, kann die Stadt voraussichtlich Anfang November sagen. Dann wird das Solinger Tageblatt ein Kontingent verlosen.

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe rund um den Festakt macht ein Literaturabend zu Ehren verfolgter Autoren im Kunstmuseum Solingen (12. November, 19 Uhr), der mit der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft ausgerichtet wird. Unter anderen liest dann auch Hansjürgen Fenske. Der heutige Solinger ist in der DDR aufgewachsen und war in Sachsenhausen interniert. Er hat seine Erlebnisse aufgeschrieben. Weitere Gäste sind die Schauspieler Hans Richter, Andrea Witt, Bernd Kuschmann und Claudia Gahrke (Eintritt frei).

Im Cobra-Kino laufen am 17. sowie vom 21. bis 23. November die Filme „Goodbye Lenin“ (15 Uhr) und „Das Leben der Anderen“ (17.15 Uhr), die sich speziell mit dem Leben in der DDR beschäftigen (Eintritt frei).

Für Viert- bis Sechstklässler bietet die Stadt vom 21. bis 23. November an interessierten Schulen eine Lesung mit Hanna Schott an. In „Fritzi war dabei“ erzählt sie eine Wundergeschichte rund um die Wende 1989/90.

Weitere Termine: „Trying Babylon – Trommeln für die Freiheit“, Musiktheater für Jugendliche ab 16 Jahren in der Cobra (31. Oktober bis 4. November). Ab Anfang November zeigen die Stadtbibliothek und Solingens Partnerstadt Aue eine Ausstellung zum Thema „Freiheit leben“. Sie stellt den Preisträger Joachim Gauck vor und erläutert politische Hintergründe. Der Jugendstadtrat produziert einen Videoclip zum Thema „Freiheit“, der am Tag der Preisverleihung im Theater zu sehen ist. kra

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