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01.02.2011 09:53
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Sanierung für 30 Millionen Euro?

Von Andreas Tews

30 Millionen Euro will die Deutsche Bahn AG (DB) in den nächsten Jahren mit Hilfe des Bundes in die Sanierung der derzeit gesperrten Müngstener Brücke investieren. Das war die wichtigste Botschaft bei einem Ortstermin

AKTUELLE SPERRUNG

ANTRAG Damit schnell wieder Züge über die Müngstener Brücke fahren können, will die DB nach Angaben des Konzernbevollmächtigten Reiner Latsch beim Eisenbahnbundesamt (EBA) zunächst eine bis 2014 befristete Betriebsgenehmigung beantragen. Diese soll jedoch auf die Baureihe der derzeitigen Züge der Regionalbahn 47 beschränkt sein. Latsch hofft, dass die entsprechenden Unterlagen bis Ende dieser Woche beim EBA sind. Er rechnet nicht vor März damit, dass die Regionalbahn ihren Betrieb zwischen Remscheid und Solingen wieder aufnimmt.

PROVISORIUM Für eine Teil-Genehmigung wurden direkt unter den Gleisen 38 „Koppellaschen“ eingebaut. Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen.

mit DB-Vertretern, zu dem die Städte Remscheid und Solingen ins Haus Müngsten eingeladen hatten.

Rund 60 Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft hatten sich neben den Oberbürgermeistern Beate Wilding (Remscheid), Peter Jung (Wuppertal) und Norbert Feith (Solingen) aus den drei bergischen Großstädten eingefunden. Sie erhofften sich vor allem Aussagen zur Zukunft der Brücke und sparten nicht mit Kritik an der bisherigen Informationspolitik der DB.

Der DB-Konzernbevollmächtigte für Nordrhein-Westfalen, Reiner Latsch, versicherte, dass die Müngstener Brücke auch der Bahn „am Herzen liege“. Fünf Jahre werde die Grundsanierung in Anspruch nehmen. Für die Sommer- und Herbstferien 2012 und für 2013 kündigte Ingenieur Michael Käufer von „DB-Netze“ erneute Sperrungen der Brücke an. Bei der Grundsanierung sollen die verrosteten und teils blockierten Lager der Brücke ausgetauscht, die Brücke soll mit einem neuen Korrosionsschutz angestrichen werden.

Beim Austausch der Lager wird die DB nach Käufers Angaben Neuland betreten. Unter anderem müsse die Brücke dafür an bestimmten Stellen angehoben werden. Vorrichtungen dafür habe man vor 113 Jahren aber nicht eingebaut.

Nach dieser Grundsanierung soll die Brücke etwa 25 bis 30 Jahre wieder uneingeschränkt für Personenzüge zu nutzen sein. Für einen regelmäßigen Güterverkehr zwischen Remscheid und Solingen machten Latsch und Käufer jedoch kaum Hoffnung. Dafür wäre laut Latsch möglicherweise ein Brücken-Neubau notwendig. Genauere Erkenntnisse sollen statische Berechnungen liefern. Käufer rechnet für den Sommer 2011 mit Ergebnissen. Danach müsse man ein Sanierungskonzept erarbeiten.

Auch ein Brücken-Neubau ist plötzlich im Gespräch

Würde man sich für einen Neubau entscheiden, wären auch die Zeitpläne für die Sanierung hinfällig. Das Geld dafür würde sich die DB nach Latschs Angaben dann für den Neubau aufheben.

Derzeit gehe man aber davon aus, dass die denkmalgeschützte Brücke saniert wird.

Dass ein kompletter Neubau für sie nicht in Frage kommt, machten auch die anwesenden Politiker deutlich. Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith würdigte zum Abschluss die Signale der Bahn, dass sie in die Müngstener Brücke investieren werde. Feith: „Wir werden genau aufpassen, ob die Bahn in Zukunft auch dementsprechend handelt.“