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12.10.2009 09:34
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Anschlusspläne über 40 Jahre alt

Von Herbert Weber

Es war eine Überraschung, als das ST am 19. September melden konnte: „Das Land plant den A 3-Zubringer“. Der NRW-Verkehrsminister nahm damit Stellung zu einem noch ausstehenden neuen Verkehrsgutachten. Zuvor, am 10. September, berichteten wir auf der Rückblickseite kurz von einem angelaufenen „Entziehungsverfahren für die bisherige Autobahnanschlussstelle Solingen/Langenfeld“ vor 25 Jahren.

Nun war das ja auch nicht die erste Erwähnung jener Straßenplanung. Die Debatten zu Viehbachtalstraßenplänen und daraus zu folgernden Autobahnanschlüssen fanden in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts statt, also vor über 40 Jahren. So gab es 1968 einen vom Landschaftsverband vorgeschlagenen Plan zur Viehbachtal-Trassen-Verlängerung mit Abknickung nach Süden im Bereich Wiefel-dick, der aber im Solinger Verkehrsplanungsausschuss zunächst durchfiel, und im ST hieß es dazu am 7. Mai jenes Jahres: „Auf dem kürzesten Wege will Solingen an die Autobahn.“

Noch ein Jahr früher, im Juli 1967, wurde ein Generalverkehrsplan aufgestellt, wobei neben der Westverbindung der Viehbachtalstraße auch deren Weiterführung zur geplanten Autobahn nach Osten, der sogenannten Hollandlinie zwischen den Anschlussstellen Solingen-Nord (Viehbachtalstraße) und Solingen-Süd (Müngstener Straße) als Verknüpfungspunkte vorgesehen wurden. Das alles lief unter der ST-Frage: „Solinger Straßen im Jahre 2000?“ Heute wissen wir es besser. Die Diskussionen dauern an und ein Ende ist nicht in Sicht! Über eine Kompromiss-Lösung zwischen Stadt und Landschaftsverband zur Viehbachtal-Trasse berichtete das ST am 29. Juni 1968.

Einigung über die Trasse der Viehbachtalstraße

Es war das Ergebnis einer Besprechung zwischen Vertretern von Rat und Verwaltung mit dem LVR Rheinland als Bauherrn. Das ST wertete es als Alternativlösung, im Westen unseres Stadtgebiets an die Autobahn angeschlossen zu werden. Dabei wurde der von Solinger Seite vorgesehene Anschluss mit einer Zufahrtstraße vom Abzweiger Ober der Mühle auf direktem Weg nach Westen durch das Gebiet Bodlenberg-Krüdersheide aufgegeben. Der LVR meldete angesichts der beiden vorhandenen Autobahnzufahrten in Langenfeld und Hilden mit der zu kurzen Entfernung zwischen den beiden Punkten Bedenken an - verbunden mit der dort herrschenden großen Verkehrsdichte.

So wurde dann ein „Knick nach Norden“ in die Planung aufgenommen, der von der Gabelung Wiefeldick zur Bonner Straße führte. Weiter sollte es gehen mit einem Anschluss an eine geplante Ortsumgehung Ohligs vom Schützenplatz aus in etwa parallel zur Dunkelnberger Straße verlaufend in Richtung Jaberg in der Hildener Heide.

Der Anschluss nach Süden wurde dann festgelegt im wesentlichen entlang der „Barriere“ Bahntrasse hinein in den Raum Landwehr. Hier wurde dann aber auf der vorgesehenen Trasse — wie uns ein Leser informierte — trotzdem die Genehmigung zum Bau eines Mehrfamilienhauses erteilt, dessen Rohbau später, um die Trasse wieder frei zu machen, für teures Geld erworben und niedergelegt werden musste. Außerdem funkte wie bekannt die Düsseldorfer Politik, sogar mit Solinger Beteiligung, dazwischen, welche die Dringlichkeit des geplanten Anschlusses in eine ferne Zukunft schob. Und so wird um die unterschiedlichsten Pläne zum Autobahnanschluss heute noch genauso diskutiert und polemisiert. Und es wird weiter gestritten werden wie bereits vor über 40 Jahren; Ende unbekannt!