„Wir waren wie vor den Kopf geschlagen.“ Joachim Claus, Leiter der Abteilung Kinder und Jugend der gemeinnützigen Ittertal GmbH, hatte am 30. September nicht einmal mehr Zeit, ein Übergabegespräch mit seiner Mitarbeiterin im Ganztag der Comeniusschule zu führen „Mittags bekamen wir das Schreiben, dass wir mit sofortiger Wirkung von der Arbeit freigestellt sind.“ Dabei war eine Ferienmaßnahme im Ittertal gerade angelaufen. Nun mussten er und seine zwei Mitarbeiter sofort die Arbeit aufgeben. Die Irritation bei Kindern und Eltern sei groß, sagt Claus. Er ist seit 18 Jahren im Ittertal beschäftigt. „Wir wollten den Jugendbereich bis Ende des Jahres abwickeln“, sagt Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver, Vorsitzender des Trägervereins (ST berichtete). Der Insolvenzverwalter habe Druck gemacht. „Ihm kommt es auf jeden Cent an, den er einsparen kann. Die Kinder- und Jugendarbeit wollte er nicht mehr in die Insolvenzabwicklung übernehmen“, erklärt Müller-Stöver. Die städtischen Zuschüsse, etwa 20 000 Euro für das letzte Quartal, würden zurücküberwiesen. Die Mitarbeiter seien bis Ende des Jahres freigestellt. Von der Agentur für Arbeit beziehen sie bis dahin 68 Prozent ihres Gehalts. Die Differenz bekommen sie wieder. „Das steht ihnen zu“, betont Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver. Vorausgesetzt aber, die Insolvenzmasse gibt die Summe am Ende her. Sonst müssten sich die drei Mitarbeiter in die Reihe der Gläubiger einordnen.
Die übrigen 18 Stellen und die die Plätze zur Qualifizierung der Langzeitarbeitslosen konnten erst einmal gerettet werden. Allerdings müssen die Mitarbeiter auf das 13. Monatsgehalt verzichten.Die 14 000 Besucher im Sommer machen Mut zum WeitermachenTrotz der Widrigkeiten sieht der SPD-Parteivorsitzende optimistisch in die Zukunft. Weitergeführt werden der Beroma-Laden an der Hasseldelle, der Garten- und Landschaftsbau, der jetzt ein neues Domizil im ehemaligen Baumarkt Wilhelms hat, sowie die Freizeitanlage im Ittertal. Wenn alles gut gehe, soll die Eisbahn im November öffnen.„Dass wir im Sommer 14 000 Besucher hatten, gibt mir Hoffnung. Ich sehe die Zukunft des Freizeitgeländes Ittertal überwiegend im sportlichen Bereich“, sagt Müller-Stöver. „Mit einer künstlichen Eislauffläche könnten wir dauerhafte Betriebskosten senken.“ Die Investition betrage allerdings 300 000 Euro. Mit dem neu zu gründenden Trägerverein und dann der neuen GmbH oder Unternehmensgesellschaft müsste das gestemmt werden.Volleyballfelder und Breitensportmöglichkeiten würden ganzjährig Anhänger finden. „Und die Gastronomie wird profitieren.“ kc