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23.06.2009 09:49
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Rathaus-Spitze glaubt an Bäder-Kompromiss

Er macht Druck. Oberbürgermeister Franz Haug (CDU) erwartet von CDU und SPD am Donnerstag im Stadtrat einen Kompromiss in der Bäderfrage. Das habe der Stadtchef in der Koalitionsrunde am Freitag deutlich zum Ausdruck gebracht, wird berichtet. Den Weg dazu hat Kämmerer Ralf Weeke (SPD) vorgezeichnet: Die Stadt soll für den Ausbau des Klingenbades eine Kostenberechnung vornehmen, und zwar variabel: also für ein wie für zwei Becken. Begründung: Erst bei Vorliegen präziser Zahlen sei zu erkennen, für welche Variante das Geld reiche.

Für Haug und Weeke ist nur ein Becken finanzierbar. Aus dem Konjunkturpaket stünden maximal 5,75 Millionen Euro zur Verfügung. Was mehr koste, gehe zu Lasten anderer Projekte. Das meint auch die CDU, deren Sportdezernent und OB-Kandidat Norbert Feith dem Rat folglich ein Becken vorschlägt.

Die SPD sieht es anders und will zwei. Ein Becken genüge für den Bedarf von Schulen und Vereinen nicht. Womöglich koste diese Variante auch weniger als die 6,1 Millionen Euro, die das Rathaus annehme. Die Zahlen seien ja sehr vage geschätzt.

„Als hätten wir jetzt Geld zuviel“

Ralf Weeke Stadtkämmerer

Deshalb warnen Haug und Weeke vor einem „finanzpolitischen Blindflug“. Erst die Kostenermittlung liefere belastbare Zahlen. Bei den bisherigen Schätzungen seien bis zu 30 Prozent Abweichung drin, heißt es. Weeke: „Am Ende könnten zwei Becken auch über sieben Millionen Euro kosten.“ Entweder sei die Stadt dann gezwungen, den Auftrag zu diesem Preis zu vergeben - und andere Projekte zu stutzen - oder aber den Klingenbad-Ausbau abzublasen, weil die Zeit wegrenne. Denn das Konjunkturgeld gibt es nur befristet.

Weeke kalkuliert rund 21 Monate Planungs- und Bauzeit. „Also müssen wir im Herbst ausschreiben“ - weil der Anbau bis Juli 2011 fertig und bis Ende des Jahres abgerechnet sein muss. „Es geht um jeden Monat“, sagt Weeke. Mit der geforderten Kostenermittlung sei der Zeitplan noch so eben zu halten. Dass bereits die Ausgaben für ein Becken den Finanzrahmen sprengen, befürchtet der Kämmerer „weniger“.

Einwände der Schwimmer, die bei nur einem Becken Einschränkungen beklagen, lassen die Stadtspitze kalt. „Wir halten mit einem Becken den Status Quo. Das ist in unserer Finanzlage Luxus“, heißt es dort. Durch das Konjunkturpaket dürfe nicht der Eindruck entstehen, „als hätten wir jetzt Geld zu viel“, sagt Weeke. Mit diesem klaren Appell wächst im Rathaus die Hoffnung auf einen Kompromiss. kra