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24.10.2007 23:35
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Rätselraten um Kombi-Bad
Von Karl-Josef Überall

Einig waren sich gestern die Fraktionen im Sportausschuss, dass in der Solinger Bäderlandschaft etwas geändert werden muss. Uneingeschränkt dem Bäderkonzept folgen (wie CDU und SPD) wollten nicht alle. Eine Entscheidung über die Beschlussvorlage wurde dann vertagt.

Gerüchte über den Standort im Umlauf

„Wie kann ich ein Kombibad gut finden, wenn ich nicht weiß, wo es stehen soll“, will Grünen-Sprecherin Birgit Evertz nichts ohne die beantwortete Standortfrage beschließen. Laut BfS sollen sich bereits „besorgte Bürger“ im Bereich Baverter Straße/Garzenhaus gemeldet haben, die von einem Kombibad vor ihrer Haustür gehört hätten. Anderen Orts hält sich hartnäckig das Gerücht, dass das neue Bad im Bereich Monhofer Feld entstehen soll. Nichts genaues sagt weiterhin die Verwaltung, wie immer nur wird der Standort mit „Solinger Westen“ angegeben. Vom Tisch ist wohl der Standort Vogelsang, an dem sich zum einen wegen der kleinen Fläche von 3 Hektar (benötigt werden 5 Hektar), aber auch wegen zu nahem Wohngebiet ein Kombibad nicht realisieren lässt.

Der Sportausschuss hatte seine Sitzung in den großen Saal der Ohligser Festhalle gelegt. Wegen des erwarteten großen Interesses. Doch nur 30 Interessierte, zumeist Vertreter von den Schwimmvereinen, kamen. Zum ersten Mal wurde das Bäderkonzept öffentlich vorgestellt. Uwe Rosjat, Finanzmanagement der Stadt, machte deutlich, dass aufgrund der Zuschüsse und vor allem wegen des hohen Sanierungsbedarfes nur ein neues Kombibad die Lösung ist. Bei Schließung der anderen Frei- und Hallenbäder. Außer dem Klingenbad, wo ein Anbau mit einem Lehrschwimmbecken entstehen soll. Rund 2,9 Millionen Euro pumpt die Stadt Solingen jährlich in die Bäder. Bei rund 22 Millionen Euro liegt der Sanierungsbedarf. 24 Millionen Euro würde nach dem Konzept ein Kombibad kosten. Sogar nur rund 18,5 Millionen setzt Dr. Ing. Günter Fehr für einen Neubau an. Als externer Gutachter hat er das Bäderkonzept der Stadt „durchforstet“ und Szenarien erstellt. Demnach würde auch im günstigsten Fall eine Bezuschussung nicht wegfallen. Bei einer Verdoppelung der Besucherzahlen (für alle Bäder) auf rund 250 000 im Jahr fallen 1,9 Millionen Euro an Zuschüssen an. Das sind eine Million Euro weniger als derzeit für die Bäder anfallen.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass kein Bad geschlossen werden darf, bevor es keine Alternative (Kombibad) gibt. Hoffnung fürs Freibad Schellbergtal, dessen Vertrag mit der Stadt Ende des Jahres ausläuft. „Hier beraten Verein und Sponsoren noch“, sagte Kämmerer Ernst Schneider, der eine befristete Verlängerung nicht unbedingt ausschließt.