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13.07.2007 23:20
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Radeln bis ins Ruhrgebiet?
Von Robert Maus

Die Nordbahntrasse in der Nachbarstadt ist noch in der Planung, die Fördergelder sind noch Wunschdenken, da dreht die Wuppertal Bewegung schon ein größeres Rad: Solingen, Remscheid, Haan, Mettmann, Schwelm und Sprockhövel sollen gemeinsam mit Wuppertal einen Arbeitskreis Bergischer Trassenverbund gründen.

Dabei würden sich die Städte verpflichten, dass Rad- und Wanderwege - vorzugsweise auf den schon vorhandenen alten Bahntrassen - errichtet und gepflegt werden. Dieses neue Radnetz, etwa auf der Korkenziehertrasse, soll Wandern oder Radeln vom Rhein ins Ruhrgebiet ermöglichen, ohne die Strecke über Duisburg zu nutzen. Damit, so Carsten Gerhardt von der Wuppertal Bewegung, würde die ganze Region aufgewertet.

Das Problem am Trassen-Bündnis ist die Finanzierung

Die Grundsatzvereinbarung sieht ein Marketingkonzept vor, das für den neuen Trassenverbund werben soll. „Das Bergische Land hat eine Scharnierfunktion zwischen Rhein und Ruhr. Die Region wächst über einen Trassenverbund zusammen“, wirbt Gerhardt für sein Konzept: „Die Vernetzung vom Rheintal über das Bergische ins Ruhrgebiet bringt Touristen.“

Federführend ist offenbar auch der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung, dessen Büro die Organisation übernommen hat. Die Wuppertaler werden die Oberbürgermeister der anderen Städte anschreiben, da diese Vereinbarung Geld kosten wird. Pflege und Unterhalts der jeweiligen Teilstrecken haben die Städte zu bezahlen. So würde auf Remscheid etwa die Beschilderung der Trasse des Werkzeugs oder auf Mettmann der Anschluss an die Trasse über das bereits bestehende Radwegenetz des Kreises zukommen.

Oberbürgermeister Franz Haug ist vorsichtig optimistisch: „Wenn wir die Zielvorstellung von 160 Kilometern erreichen können, wäre das ein Riesenschritt in der touristischen Entwicklung. Allerdings müssen wir mit den anderen Städten genau absprechen, welche Kosten da auf uns zu kommen und welche Verpflichtungen wir eingehen. Das dauert bestimmt bis Jahresende. Selbst wenn die Idee toll ist, können wir nichts übers Knie brechen.“ Die Trasse sei zudem keine „Pflichtaufgabe der Kommunen“. Und alles andere dürfen verschuldete Städte, die wie Solingen unter Finanzaufsicht der Bezirksregierung stehen, nicht bezahlen.

Grundsätzlich begrüßt Haans Bürgermeister Knut vom Bovert die Verbindung der Städte. „Es muss aber auch finanziert werden“, sagt er und will die Konsequenzen, die sich aus der Vereinbarung für Haan ergeben würden, überprüfen lassen. Mettmanns Bürgermeister Bodo Nowodworski bewertet das Projekt positiv. Der Sprecher der Bürgermeister im Kreis Mettmann will das Thema in die nächste Bürgermeisterkonferenz tragen.

Wuppertal hat mit der Nordbahntrasse, dem Ausbau des Tunnels Schee und dem Anschluss an die Korkenziehertrasse die teuersten Aufgaben. Allein die Nordbahntrasse kostet bis zu 16 Millionen Euro. Verkehrsdezernent Thomas Uebrick stellt klar: „Wir sind auf jeden Fall für das Radwegenetz. Die Unterhaltskosten von 180 000 Euro will die Wuppertal Bewegung über Spenden einwerben.“