Bislang gab es einen Drogenprozess mit insgesamt fünf Angeklagten, darunter eine Merscheiderin (85). Gestern aber trennte das Wuppertaler Landgericht die Verfahren gegen die Seniorin und eine Solingerin (29) ab. In wechselnder Beteiligung soll das Quintett Heroin von Holland in die Klingenstadt geschmuggelt haben (ST berichtete).
Eine Sachverständige hatte zuvor dargelegt, dass die Rentnerin nicht verhandlungsfähig sei. Das Gericht äußerte sich dazu noch nicht. Ein psychologischer Gutachter soll noch gehört werden. Die Staatsanwältin kündigte zudem an, den vorgelegten Befund „methodenkritisch“ prüfen zu lassen. Das Verfahren gegen die 85-Jährige geht am 21. Juni weiter.
Zum Prozessbeginn hatte die 29-Jährige zugegeben, zwei Mal beim Drogendeal geholfen zu haben. Demnach verwahrte sie Rauschgift in der Wohnung, in der sie mit ihrem mitangeklagten Freund (25) lebte. Zudem will sie ihm Geld für den Drogenkauf gebracht haben. Alles spricht dafür, dass sie sich bald vor dem Landgericht Kleve verantworten muss - während ihres Prozesses in Wuppertal soll sie Drogen geschmuggelt haben. Im März waren die 29-Jährige und ein Düsseldorfer (44) am Grenzübergang Straelen aufgegriffen worden. Der Mann soll 1,2 Kilo Heroin aus dem Auto geworfen haben.
Am 11. Juni gehen die Prozesse gegen die 29-Jährige (13 Uhr) und die drei Mitangeklagten (9.15 Uhr) weiter. cd