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25.08.2011 10:27
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Ostermann will erweitern - Konkurrenz für Solingen?

Von Tanja Albrecht

Dass das Einrichtungshaus

SOLINGER REAKTIONEN

STADTVERWALTUNG Stadtdirektor Hartmut Hoferichter wollte sich gestern noch nicht zu den Ausbauplänen an der Grenze zu Solingen äußern. „Wir haben noch gar keine Informationen darüber und möchten das deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewerten.“ Als Nachbargemeinde werde Solingen jedoch beteiligt, „sobald man annehmen kann, dass die Ansiedlung Auswirkungen haben könnte“. Das sei gesetzlich so festgelegt. Die Beteiligung erfolge spätestens im Bebauungsplanverfahren, vermutlich jedoch früher, so Hoferichter.

POLITIK „Wir müssen die Pläne erst prüfen“, sagt Arne Moritz (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses. Im Ausschuss werde man diese dann besprechen und eine Stellungnahme abgeben. Grundsätzlich sehe er die Ausbaupläne von Ostermann an der Grenze zu Solingen jedoch kritisch, so Moritz. Schließlich gebe es das regionale Einzelhandelskonzept. „Wenn jeder für sich Ausnahmen beantragt, ist das irgendwann kaputt.“

Ostermann am Haaner Standort an der Landstraße im Industriegebiet Ost vergrößert werden soll, steht fest. „Wir befinden uns allerdings noch in der Vorplanung der Vorplanung“, sagt Rolf Ostermann, Geschäftsführer und Mitinhaber des Unternehmens. Bei der Stadt habe Ostermann die Möglichkeit einer Bebauungsplanerweiterung angefragt. „Es ist bislang nur eine Anfrage, auf die wir auch noch keine Antwort erhalten haben“, sagt Ostermann.

Die Pläne für die Erweiterung sind indes schon sehr konkret. „Das ist ja kein Geheimnis, das ist unsere Planung, über die wir ganz offen sprechen können“, sagt er. Und die beinhaltet den Ausbau des Küchensegments beziehungsweise die Errichtung eines neuen Gebäudes mit einer Ausstellungsfläche von etwa 5000 Quadratmetern, auf denen 200 Einbauküchen präsentiert werden sollen.

Am Stammsitz in Witten wurde bereits ein Küchenhaus eröffnet

„Wir wollen nach und nach die Ergebnisse einer Marktanalyse umsetzen“, sagt Ostermann. Der Bereich Küche habe sich zu einem Spezialthema, zu einem Spezialmarkt entwickelt, das einen speziellen Auftritt erfordere. Den Anfang habe das Familienunternehmen in Witten gemacht. „Dort haben wir kürzlich ein frei stehendes Küchenhaus eröffnet“, sagt Ostermann. 350 Küchen stehen dort auf 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. „So groß soll das neue Haus in Haan aber nicht werden“, sagt er.

Die Auswirkungen auf den Haaner Einzelhandel werden noch geprüft

„Kochen liegt im Trend, Küchen sind im Trend“, sagt der Geschäftsführer und verweist auf die zahlreichen Kochshows im Fernsehen. „Die Küche hat sich in den vergangenen Jahren zum Familienmittelpunkt entwickelt, wird inzwischen oft offen und zum Wohnraum hin konzipiert“, fügt er hinzu. Mit der Folge, dass das Küchensegment aus den klassischen Möbelhäusern in Küchenfachgeschäfte abwandern werde. „Aber dieses Geschäftsfeld wollen wir natürlich nicht verlieren“, sagt Ostermann. Deshalb will sich das Unternehmen mittelfristig auch an seinen drei anderen Standorten in Bottrop, Recklinghausen und eben Haan als Küchenfachhändler etablieren. Das bedeute aber nicht die Abkehr von der klassischen Aufteilung der Einrichtungshäuser. „Wir bleiben ein Vollsortimenter und ein Mitnahmemarkt“, sagt Ostermann.

Ob sich die Expansionspläne des Möbelhauses auf den Einzelhandel in der Innenstadt auswirken, hat Anfang August ein Planungsbüro aus Dortmund untersucht. Die Ergebnisse liegen der Haaner Wirtschaftsförderung noch nicht vor.