Der Druck auf die Stadt lässt im neuen Jahr nicht nach. Denn nachdem im Dezember ein frisch gegründetes Aktionsbündnis mehr Kraft und Kreativität für die Stärkung des Stadtteils eingefordert hat, drängt nun auch Projektentwickler Wolfgang Düster (FMEC Einzelhandels-Consulting). „Wir sehen diesen Zusammenschluss sehr positiv“, erklärte er gestern im Gespräch mit dem ST. „So bleibt der nötige Dampf auf der Pipeline.“
Düster hat von Investorenseite 250 000 Euro zugesagt, um den strategisch wichtigen Marktplatz aufzuwerten. Dieser bildet für das Einkaufszentrum, das bis Frühjahr 2014 auf dem ehemaligen Olbo-Gelände entstehen soll, das Bindeglied zur Fußgängerzone. Noch einmal die gleiche Summe verspricht Düster, um mit der Düsseldorfer Straße das Herz des Stadtteils attraktiver zu gestalten.
Allerdings wird der Projektentwickler nicht müde zu betonen, dass dies allein nicht reiche. Geschäftsleute und Eigentümer sollen ebenfalls Geld in die Hand nehmen. Vor allem aber müsse das Rathaus mehr springen lassen, verlangt das Aktionsbündnis, das sich aus der Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG), Haus & Grund Ohligs sowie der Bürgerinitiative um Martin Stanscheit, Michael Morsbach und Dr. Jörg Wacker zusammensetzt.
Passanten-Befragung soll Aufschluss über die Defizite geben
„Es gilt jetzt, zeitnah über weitere konkrete Schritte zu sprechen“, sagt Düster. Er will einen engen, regelmäßigen Kontakt zum Aktionsbündnis. Der Einsatz der Finanzmittel sei sorgfältig zu planen und abzustimmen. „Hier sind wir uns mit der OWG sowie Haus & Grund einig. Deren Vertreter wissen am ehesten, wo im Erscheinungsbild die Defizite liegen.“ Bisher ist im Zusammenhang mit der Rahmenplanung von modernerer Beleuchtung, von neuen Bänken und Grünflächen die Rede. Die Stadt hat im Herbst zudem 400 Passanten befragt. Die Ergebnisse sind für diesen Monat angekündigt. Sie sollen in die Pläne einfließen.
Wenn das Engagement aller Seiten stimmt, stellt Düster weitere Finanzhilfe in Aussicht. „Etwa für die Weihnachtsbeleuchtung oder für Ohligser Veranstaltungen, die man besser präsentieren kann. „In anderen Städten machen wir damit gute Erfahrungen.“
Auch an der Bezahlung des City-Managers will sich der Projektentwickler beteiligen. Dieser soll sich künftig um Leerstände und alle anderen brennenden Fragen im Stadtteil kümmern. Im Idealfall, meint Düster, werde dieser Posten schon im Sommer besetzt. Sofern baurechtlich alles klar ist, soll dann auch der Abriss des Olbo-Komplexes beginnen. Für den Spätsommer/Herbst erwartet Düster den Baustart. Die einst geäußerte Idee, eine Bowlingbahn zu integrieren, ist wegen der Lärmprobleme vom Tisch.
Den von der Bürgerinitiative dringend geforderten Gegenpol zum Einkaufszentrum will Düster mit einem Hotel schaffen. Er entwickelt neue Pläne für einen Standort unmittelbar an der Ostseite des Bahnhofs. Dazu müssten größere Grundstücke von der Ohligser Wohnungsbau e. G. sowie von der Deutschen Bahn gekauft werden. Düster spricht von einem Haus mit etwa 100 Zimmern in einer Preisklasse von 80 bis 110 Euro pro Übernachtung. In Kürze stehen Gespräche mit der Stadt an. Die ersten Exposés will er im Februar versenden. Aufgrund der guten Lage gebe es mehrere Interessenten.