Drei Mal in der Woche bringt der Güterzug neuen Stahl: Tonnen schwere Stranggussriegel zum Schmieden, Walzen und Pressen rollen auf den Verladebahnhof der Firma Dirostahl in Remscheid-Lüttringhausen. Bis zu 20 Prozent des wertvollen Rohmaterials erreichen die Schmiede über die Schiene. Und beinahe 90 Prozent des anfallenden Schrotts fahren die Güterzüge von dort wieder ab.
Das jüngste Verwirrspiel um die Müngstener Brücke betrachtet das Traditionsunternehmen mithin mit großer Skepsis. Denn sollte, wie die Bahn ankündigte, der „Müngstener“ einst wieder über die Müngstener Brücke fahren dürfen, so wird das Denkmalgeschützte Bauwerk für Güterzüge doch weiterhin gesperrt bleiben.
Das trifft die Industrieunternehmen in Remscheid noch nicht unmittelbar, reduziert aber den Schienenweg für den Güterverkehr auf eine einzige Strecke. Die führt über einen steilen Berg und einen Tunnel von Wuppertal nach Remscheid.
Seit die Müngstener Brücke gesperrt ist, wird auch Dirostahl über diesen Gleisstrang mit Stahl beliefert. „Bis dato gibt es damit kein Problem“, sagt Dr. Roman Diederichs, Juniorchef bei Dirostahl. Die Frage sei allerdings, ob das so bleibte. Schon ein Unfall auf der verbliebenen Strecke, umgestürzte Bäume oder nasses Laub könnten zu Lieferschwierigkeiten führen.
Ex-Landtagsabgeordnete: Stadt soll bei Bahn intervenieren
„Wir haben deshalb ein vitales Interesse an der Müngstener Brücke“, sagt Dr. roman Diederichs. Die Bedeutung der Bahnverbindung unterstrich unterdessen im Remscheider Bauausschuss die ehemalige Landtagsabgeordnete Elke Rühl (CDU). Die Stadt möge bei der Deutschen Bahn nochmals intervenieren.
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