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10.08.2011 11:18
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Ohne Güterzug zum Weltkulturerbe

Der Zug in Richtung Weltkulturerbe nimmt Fahrt auf: Die DB Netz AG will den Vorschlag unterstützen und die Müngstener Brücke denkmalgerecht sanieren. Nach gestern vorgestellten Umfrageergebnissen der Industrie- und Handelskammer könnte es – zumindest vorerst – eine „Sanierung

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MITMACHEN Schreiben Sie uns, was in Ihrer Familie vom „goldenen“ Niet der Müngstener Brücke erzählt wurde: Redaktion Solinger Tageblatt, Mummstraße 9, 42651 Solingen. Per E-Mail: redaktion@ solinger-tageblatt.de.

light“ werden: Die bergische Wirtschaft schickt kaum Güterzüge über die Brücke.

Nur zwei Wuppertaler und fünf Remscheider Firmen nutzen den Schienengüterverkehr; vier der sieben sind durch die Sperrung der Brücke für Güterzüge betroffen. Solinger Unternehmen dagegen überhaupt nicht. Mit dem Monhofer Feld verfügt die Klingenstadt auch lediglich über ein Gewerbegebiet mit Gleisanschluss. Die IHK hatte mehr als 800 Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern angeschrieben; 194 antworteten, davon 46 aus Solingen.   

„Wir brauchen aus unserer Sicht nur den Personenverkehr“, kommentiert der IHK-Verkehrsexperte Thomas Wängler. „Damit fällt ein Argument für den Neubau weg.“ Wenn Güterverkehr die „Lebenszeit“ der Brücke deutlich verkürze, dann solle darauf verzichtet werden.

„Die kulturelle und touristische Bedeutung des historischen Bauwerks ist wesentlich höher als die wirtschaftliche Bedeutung des Güterverkehrs über die Brücke“, sagt IHK- Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Die Bahn solle jetzt „alle zur Verfügung stehenden Mittel“ einsetzen, damit der Personenverkehr langfristig gesichert werde.

Entwicklungsagentur reicht Antrag bis Anfang November ein

Welche Zukunft die Müngstener Brücke hat, will die Bahn am Ende des Jahres festlegen. Die Daten, die für den Weltkulturerbe-Antrag nötig sind, werde sie aber kurzfristig zur Verfügung stellen, berichtet Carsten Zimmermann, Projektleiter bei der Bergischen Entwicklungsagentur. Sie will den Antrag fristgerecht bis zum 1. November einreichen.

„Wir sind sehr froh darüber, die Deutsche Bahn an unserer Seite zu wissen“, betont Oberbürgermeister Norbert Feith. Die Sanierung erfolgte in enger Abstimmung mit den Denkmalschützern in Solingen und in Remscheid. Momentan werde die Statik der Müngstener Brücke komplett neu berechnet.

Der Güterverkehr sollte dabei aber nicht ganz vergessen werden, heißt es bei der IHK. Das Ergebnis der Umfrage solle nicht als Freibrief verstanden werden: Schließlich gebe es auch leichtere Güterzüge. Hauptgeschäftsführer Wenge: „Außerdem wäre es wünschenswert, wenn beim Brückenfest wieder historische Züge auf dem Rundkurs fahren könnten.“

Auch wenn das Firmen-Interesse am Güterverkehr noch geringer sei, als man vermutet habe, stehe die Bahn zumindest in der Pflicht, die Umwegstrecke über Oberbarmen (sie führt durch einen sanierungsbedürftigen Tunnel) zu sichern. Thomas Wängler: „Sonst würde die Bahn selbst dafür sorgen, dass noch mehr Transporte auf die Straße verlagert werden.“ flm