Am liebsten, sagt Conny Strodtkötter, Vorsitzende der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft OWG, würde sie übermorgen den ersten Spatenstich für das „O-Quartier“ machen. „Es ist gut, dass hier etwas passiert. Ohligs braucht das jetzt. Würde alles so bleiben, wie es ist, wäre das für uns fatal.“ Die Händler seien in die Vorgespräche früh eingebunden gewesen und froh, dass man ihre Einwände angehört hat.
Natürlich gibt es bei einem so großen Projekt wie dem O-Quartier immer Verbesserungswünsche. Und noch sind die entscheidenden Weichen nicht gestellt, noch sind keine Verträge unterschrieben. Eine Sache ist Strodtkötter aber besonders wichtig: „Wir brauchen etwas, das andere nicht haben - nicht einfach nur Verkaufsfläche, sondern Lebensqualität.“ Ein Zentrum, in das zum Beispiel Rewe, Aldi, H&M und C&A einziehen, das aber nichts darüber hinaus bietet, wäre ihr zu wenig.
Klettern am Schornstein oder Spaß im Erlebnis-Sportgeschäft
Warum lasse man den großen Schornstein zum Beispiel nicht einfach stehen und macht daraus einen Kletterturm? „Oder man versucht, in die alte Olbo-Halle ein Sportgeschäft zu bekommen, in dem man etwas erleben kann“, sagt Strodtkötter. Sie wolle etwas Abgedrehtes. „Etwas, worüber wir in fünf oder zehn Jahren immer noch richtig froh sind.“
Dann sei sie auch bereit, Dinge wie den geplanten Discounter zu schlucken. Davon ist sie nicht wirklich begeistert, glaubt aber, dass das neue Zentrum deutlich mehr Chancen als Risiken bietet - auch für den Einzelhandel und die kleinen Geschäfte in Ohligs. Sie könnten davon profitieren, „dass die Kundschaft nicht mehr außerhalb der Stadt zum Discounter geht“, sondern vielleicht gar von außerhalb kommt.
Prinzipiell einverstanden mit dem O-Quartier ist auch die Inhaberin eines kleinen Ladens direkt am Ohligser Marktplatz, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. „Es sollte aber schon ein wenig hochwertiger sein. Dann kommen auch Kunden aus dem Umland zu uns nach Ohligs. Meine Sorge ist, dass sich außer den großen Ketten keiner die Mieten leisten kann.“
Aller Voraussicht nach sollen die Bürger am 17. Januar in der Festhalle Ohligs über das „O-Quartier“ informiert werden. Nach weiterer Planung gibt es dann in einigen Monaten eine zweite Phase der Bürgerbeteiligung, in der die Bürger schriftlich Stellung nehmen können. „Das geht dann in die Gremien, die über das Projekt entscheiden“, so Stadtsprecherin Sabine Rische.
Wenn das Planungsverfahren ohne größere Hindernisse über die Bühne geht, „können die Händler schon zum Weihnachtsgeschäft 2012 im neuen Quartier sein“, heißt es aus dem Umfeld der Planer. bjb