Den Befreiungsschlag in der Bäderfrage will die Stadt mit dem Anbau nur eines neuen Beckens an die Klingenhalle schaffen. Sportdezernent und Norbert Feith, zugleich auch Kandidat der CDU für das Oberbürgermeisteramt, legte am Freitag einen Beschlussvorschlag vor, mit dem sich schon am Dienstag der Sportausschuss befasst. Die Entscheidung soll noch vor der Sommerpause in der Ratssitzung am 25. Juni fallen.
Ziel ist es, die Klingenhalle um ein Multifunktionsbecken zu erweitern, das mindestens 12,5 x 25 Meter misst und eine Tiefe von bis zu 3,40 Metern bietet. Es soll sich für die Nichtschwimmerausbildung wie für die Trainingszwecke von Tauchern, Synchronschwimmern und Kanusportlern eignen. „Ich halte den Einbau eines Hubbodens für eine gute Lösung“, erklärte Feith, „weil er zusätzliche Variabilität bringt.“ Die Details seien aber in den Gesprächen mit den Verantwortlichen des Solinger Schwimmsports zu klären, zu denen die Stadt Anfang kommender Woche eingeladen hat.
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Auf 5,65 Millionen Euro schätzt das Rathaus die Kosten für den Beckenanbau (4,2 Millionen Euro), die notwendige Sanierung des Dachs und der Fassade (1,1 Millionen Euro) sowie den Einbau eines Hubbodens (350 000 Euro). Laut Feith lässt sich die Summe komplett mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket abdecken. Zwar waren davon bisher nur 4,8 Millionen Euro für die Klingenhalle reserviert. Weil aber der geplante Austausch von Leuchtmitteln in Straßenlaternen (948 000 Euro) rechtlich unzulässig ist, steht dieser Betrag für das Klingenbad zur Verfügung.
Ein zweites neues Becken für Nichtschwimmer, wie es bislang der Solinger Sportbund und inzwischen auch die SPD verlangen, „ist nicht finanzierbar, da hierfür rund 6,1 Millionen Euro erforderlich wären“, sagt Feith. Zudem seien steigende laufende Kosten die Folge, wodurch die Sparauflagen der Kommunalaufsicht nicht mehr zu erfüllen seien. Laut CDU-Fraktionschef Bernd Krebs gefährdet dies dann auch die Landeszuschüsse, mit denen die Lebenshilfe das Hallenbad an der Birker Straße übernehmen und umbauen will.
Dagegen, so Feith, spare die Ein-Becken-Lösung jährlich rund 740 000 Euro, wenn zugleich das Ohligser Hallenbad schließe und die Lebenshilfe die Birker Straße übernehme. Damit liege die Stadt über dem verlangten Kostenabbau von 700 000 Euro jährlich. Pikant: Offenbar überzeugen diese Zahlen auch die SPD-Dezernenten, denn die Vorlage passierte einstimmig den Verwaltungsvorstand!
Nach Einschätzung von Norbert Feith lassen sich die bisherigen Schwimmzeiten von Schulen, Vereinen und Familien verlustfrei auf die künftig verbleibenden drei Hallenbäder verteilen. Die Klingenhalle soll wochentags von 8 bis 22 Uhr öffnen. Rüst- und Reinigungsarbeiten sind dann vorher und nachher zu erledigen. Das bringt 22 Wochenstunden zusätzlich. Notfalls biete auch das Familienbad Vogelsang noch Kapazitäten (8 Stunden), etwa für Schulen am Montagmorgen, an dem bislang zu ist. 25 Stunden stellt auch weiter das Birker Bad für Schulen bereit.
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