Die Nachricht passt wie die Faust aufs Auge. Wie das ST berichtete, feilen die Ratsfraktionen derzeit am Entwurf für einen gemeinsamen Antrag, um neuen Schwung in die ewige Autobahn-Debatte zu bringen. Ziel ist es, die Ertüchtigung des A 3-Anschlusses in Richtung Köln zu prüfen. Genau in dieser Situation liefert eine gutachterliche Stellungnahme des Landesbetriebs Straßenbau neue Erkenntnisse. Denn die Experten der Niederlassung Gummersbach erwarten „eine spürbare Verbesserung des Verkehrsablaufs auf der B 229 in Richtung Langenfeld“, wenn für die Auffahrt nach Köln ein zusätzlicher Abbiegestreifen eingerichtet wird. Lange Rückstaus zerren dort täglich an den Nerven der Pendler
Allerdings, heißt es in dem Text, sei dazu eine lange Fahrspur nötig, die schon weit vor der Auffahrt nach Oberhausen und damit kurz hinter der Einmündung Feldhauser Weg beginnt. Der Schönheitsfehler dabei: Laut Landesbetrieb ist ein solcher Umbau der Anschlussstelle nicht kurzfristig umzusetzen, weil die Maßnahme im Zusammenhang mit der weiteren Planung für die Straßen B 229n/L 405/A 542 zu betrachten sei. „Das bedeutet, dass ein Planfeststellungsverfahren notwendig ist“, erklärt Solingens Planungschef Hartmut Hoferichter. Dieses könne durchaus zwei Jahre dauern, für eine anschließende Umsetzung könne ein weiteres Jahr verstreichen.
Weil der Platz begrenzt sei, müsse womöglich ins Eigentum privater Grundstückseigentümer eingegriffen werden. Eine Abbiegespur müsste auch breit genug für Schwerlastverkehr sein. Wie hoch die Kosten wären, vermag Hoferichter noch nicht zu sagen.
Klar ist aber, dass die Untersuchung „eine gute Grundlage liefert, um noch einmal intensiver über eine kurzfristige Entlastung zu sprechen“, sagt der Planungsdezernent. Er geht davon aus, dass sich für die Abbiegespur mit den Langenfelder Nachbarn ein Konsens erzielen ließe. Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) habe bereits Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) sowie Landrat Thomas Hendele (CDU) angeschrieben.
Wo bleibt das große Gutachten des NRW-Verkehrsministers?
Eins zeigt sich laut Hoferichter aber auch deutlich: „Die Gutachter sehen in einer weiteren Abbiegespur keine endgültige Lösung.“ Eine verbesserte überörtliche Anbindung Solingens sei auf diese Weise ebenso wenig zu erreichen wie eine Entlastung im Bereich der Hardt. Hoferichter wartet daher ungeduldig auf das lang angekündigte Gutachten des NRW-Verkehrsministers, das Vorschläge für eine dauerhafte Lösung liefern soll.
Dass dieses noch nicht vorliegt, findet Werner Koch „skandalös“. Er ist Sprecher der „Bürgerinitiative L 405/B 229n“. Auf deren Vorstoß hin war der Landesbetrieb aktiv geworden. Die Vertreter erhielten die Stellungnahme gestern Nachmittag im Rathaus. Die Initiative will den Bau eines neuen Zubringers zur A 3 und die dafür nötige Verlängerung der Viehbachtalstraße verhindern und hatte dafür 2500 Unterschriften gesammelt. kra
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