Eine Viertelstunde hat Hans-Dieter Clauser, Landtagsmitglied für Langenfeld, Monheim und Hilden, vom Romantik-Hotel Gravenberg bis zur A3-Auffahrt gebraucht – am vergangenen Sonntag um 14.30 Uhr. „Das Problem als solches ist ja bekannt. Aber an einem Sonntag, das erwartet keiner“, sagte Clauser am Montag auf der Stadtgrenze von Solingen und Langenfeld. Dort hatte die CDU zu einem ihrer 40 Ortstermine der Kampagne „Wachstum braucht Wege“ eingeladen.
In Solingen und Langenfeld setzen sich die Christdemokraten für die B 229n als neue Zufahrt zur Autobahn Oberhausen-Frankfurt ein. „Das Problem brennt uns seit vielen Jahren unter den Nägeln“, betonte Bernd Krebs, der Fraktionsvorsitzende in Solingen. Landtagsmitglied Arne Moritz ist sicher: „Die Mehrheit der Solinger möchte diese Maßnahme haben.“
Der Neubau werde aber „zum zweiten Mal von Rot-Grün torpediert“, unterstrich Lutz Lienenkämper, der Verkehrsexperte der NRW-CDU. „Das ist hochgradig bedauerlich. Man wirft Solingen und Langenfeld zurück auf null.“
Von 290 Straßenbau-Projekten blieben nur 133 übrig
Gemeint ist die Streichliste der NRW-Regierung, die von 290 Straßenbau-Projekten nur noch 133 vorrangig umsetzen will. „Schon 2005 hat die damalige rot-grüne Landesregierung aus ideologischen Gründen dafür gesorgt, dass der Ausbau der B 229n aus dem Bundesverkehrsplan gestrichen wurde – trotz hervorragender Kosten-Nutzen-Relation“, blickte Landrat Thomas Hendele zurück. Damals habe die Maßnahme an erster Stelle gestanden. „Heute könnte die Straße fertig sein.“ Statt dessen litten Autofahrer wie Anlieger unter den Staus. Hans-Dieter Clauser: „Man bastelt lieber an Schlaglöchern.“
Was den Landtagsabgeordneten besonders ärgert: „Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zahlt, wo fertig geplant ist.“ Dass trotz der Zeit, in der CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen regierten, nichts fertig ist, erklärte Lutz Lienenkämper so: „Obwohl der Ausbau aus dem Bundesverkehrsplan gestrichen worden ist, ist es gelungen weiterzuplanen. Wäre der Wechsel nicht eingetreten, hätten wir die Maßnahme mit Hochdruck fortgesetzt.“
Eine gute A3-Anbindung sei nicht zuletzt für die Wirtschaft wichtig, hob Landrat Hendele hervor: „Wir wollen die Unternehmen hier halten.“ Und nicht jeder Pendler könne den öffentlichen Nahverkehr nutzen: „Wenn nur zehn Prozent umsteigen würden, hätten wir das nächste Chaos.“ Lienenkämper: „Wir wollen den Druck nach Düsseldorf tragen.“ flm
Mensing Schwimm-Europameisterin über 100 Meter RückenDebrecen (dpa) - Rückenschwimmerin Jenny Mensing hat bei den Europameisterschaften in Ungarn die Goldmedaille ...