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13.01.2012 11:17
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Müngstener Brücke schon bald saniert?

Von Hans-Peter Meurer

Ist die Müngstener Brücke endlich gerettet? Zumindest mehren sich die Anzeichen, dass dieses einmalige Bauwerk auch in den nächsten Jahrzehnten für den Bahnverkehr genutzt werden kann. Offiziell will dies Dr. Michael Brinkmann, Sprecher der Deutschen Bahn, noch nicht bestätigen. Doch am kommenden Dienstag wird Reiner Latsch, der Konzernbevollmächtigte der DB für Nordrhein-Westfalen, das lang erwartete, bereits vor über einem Jahr in Auftrag gegebene Gutachten zum Nachweis der Standfestigkeit der Brücke offiziell vorstellen. Und das Ergebnis des Gutachtens scheint nach den bisherigen positiven Vor-Gutachten nun auch abschließend den dauerhaften Erhalt der Brücke und somit eine umfassende Sanierung des Bauwerks zu garantieren. Denn der Konzernbevollmächtigte will am Dienstag auch ein Sanierungskonzept präsentieren. Der Neubau einer Betonbrücke als Ersatz scheint hiermit endgültig vom Tisch.

Positive Tendenz deutet sich schon länger an

Die Tendenz würde damit bestätigt, die die Deutsche Bahn bereits vor anderthalb Monaten gegenüber der Landesregierung und den bergischen Landtagsabgeordenten geäußert hatte. Wie das ST damals ausführlich berichtete, hatte die Bahn AG eine Vorab-Expertise vorgestellt, die das Unternehmen an externe Statik-Sachverständige und Brückenspezialisten in Auftrag gegeben hatte. Demnach sei im Falle einer umfassenden Sanierung des Bauwerks eine Mindestnutzungsdauer von 30 Jahren garantiert. Genau das war bislang für die Deutsche Bahn AG auch die Mindestforderung, um überhaupt zukünftig noch in die Brücke zu investieren. Bis zu 30 Millionen Euro, so hat die Bahn angekündigt, würde sie in den nächsten Jahren in die Brückensanierung stecken, falls das Gesamtstatikgutachten die Minimal-Nutzungsdauer der Brücke feststellt. Diese Summe sei aber auch das Limit, was die Deutsche Bahn bereit sei, in die umfassende Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden, mit 107 Metern höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands zu investieren, hatte der Konzernbevollmächtigte Latsch ebenso stets deutlich gemacht. Aber eine genaue Kostenschätzung liegt zumindest bislang offiziell noch nicht vor. Vielleicht gibt es sie am Dienstag.

Für den Güterverkehr über die Müngstener Brücke bedeutet dies jedoch das endgültige Aus: Eine grobe Schätzung beziffert die Sanierungskosten auch für den Güterverkehr auf mehr als 60 Millionen Euro. Eine solche Größenordnung hatte die Bahn AG aber schon im Vorfeld als Investition ausgeschlossen. Die nicht einmal mehr ein halbes Dutzend Industriebetriebe in Remscheid, die derzeit noch auf den Güterverkehr der Bahn angewiesen sind, müssen ihre Waren und Produkte also auch zukünftig über den Umweg Wuppertal-Hauptbahnhof transportieren.

Trotz deutlichem Signal weiterhin noch viel Skepsis in der Politik

„Als positives Signal“ wertet Solingens SPD-Landtagsabgeordneter Josef Neumann die offensichtliche Sanierungsabsicht der Bahn AG. „Nach den vielen Absichtserklärungen der Deutschen Bahn als Eigentümerin und nach den Pannen und Pleiten der letzten Jahre glaube ich das aber erst, wenn es auch offiziell ist“, sagt ein skeptischer Neumann.

Am 19. Januar wird sich auch der Verkehrsausschuss des Landtags mit dem Thema „Müngstener Brücke“ befassen.

Auch Solingens Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt (CDU) begrüßt das bevorstehende positive Signal der Deutschen Bahn zur Sanierung der Brücke – gerade auch im Hinblick auf die Bewerbung zum Weltkulturerbe der Unesco. Hardt: „Sollte es tatsächlich zur Sanierung der Brücke kommen, dann bedeutet dies eine weitere Aufwertung und einen Schub im Zusammenhang mit der Bewerbung der Müngstener Brücke zum Weltkulturerbe.“

Ob der Stahlkoloss zu den zwei Bewerbungen zählt, die das Land letztlich weitermeldet, entscheidet sich Ende Februar.