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02.02.2010 09:35
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Kürzt Remscheid beim Schloss?

Das 200-Punkte-Programm der Remscheider Oberbürgermeisterin hat es in sich - auch aus Solinger Warte. Die Vorschläge von Beate Wilding (SPD) und ihrer Verwaltung sehen eine 20-prozentige Zuschuss-Kürzung für Schloss Burg vor. Sollte der Remscheider Rat zustimmen, würden dem Schlossbauverein jährlich 12 000 Euro weniger zufließen als bisher.

Der Verein erwirtschaftet zwar einen Großteil seines Etats selbst, erhält aber von den drei Eigentümer-Städten einen Jahreszuschuss von insgesamt rund 215 000 Euro. Davon trägt Solingen entsprechend der Eigentumsanteile 48 Prozent, Remscheid 31 und Wuppertal 21 Prozent. „Bisher haben die Städte sich klar zu dieser Verpflichtung bekannt“, wundert sich Klaus-Dieter Schulz. Immerhin sei das Schloss ein Wirtschaftsfaktor.

Würde der Zuschuss gekürzt, entstünde ein Loch im Schloss-Haushalt. Höhere Eintrittspreise als Ausgleich hält Schulz für nicht durchsetzbar. Schon jetzt kostet die normale Karte fünf Euro. „Bisher haben wir kleinere Reparaturen selbst finanziert“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Das ginge gar nicht mehr, wenn der Zuschuss reduziert würde.“ Dabei bröckelt es überall auf dem Schloss; der Bergfried ist schon mit Flatterband abgesperrt (ST berichtete). Schulz hofft auf einen neuen Rahmenvertrag mit dem Verein, den die Städte in diesem Monat vorlegen wollen: „Darin sollte die Unterhaltungspflicht der Eigentümer neu geregelt werden.“

CDU-Politiker warnt vor „kritischer Situation“

CDU-Fraktionschef Bernd Krebs hat zwar Verständnis für die Finanznot, unter der Remscheid genau wie Solingen leidet. „Aber wenn der Zuschuss sinkt, entsteht eine kritische Situation in Burg“, betont Krebs, der auch im Schlossbauverein sitzt. Er fürchtet, dass Wuppertal dem Remscheider Beispiel folgen könnte. Ähnliche Sorgen macht man sich im Rathaus. „Das ist ein überraschender Vorstoß“, kommentiert Stadtsprecher Lutz Peters. „Eigentlich geht das nicht.“

Auch für die Bergischen Symphoniker, das gemeinsame Orchester von Solingen und Remscheid, hat Oberbürgermeisterin Wilding einen Prüfauftrag erteilt. In einer „Bergischen Symphoniker und Bühnen GmbH“ könnten demnach Synergien mit dem Teo Otto Theater entstehen. Auch eine „Beteiligung Wuppertals“ soll untersucht werden. Und Remscheid will erneut prüfen, ob es bei der bergischen Volkshochschule und der gemeinsamen Feuerwehrleitstelle einsteigt. ab