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12.08.2010 20:13
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Kosten für Sicherheit sind gestiegen

„Der Stressfaktor ist bei 100 Prozent“, erklärt Jörg Ludewigs, Marketing-Verantwortlicher des Winzerfestes. Auch Jan Höttges vom Echt.Scharf.Solingen-Veranstalter Initiativkreis sagt: „Wenn die erste Band spielt, wird man langsam ruhiger.“

HINTERGRUND

Crash-Barriers So werden die Absperrgitter im vorderen Bühnenbereich genannt. In diesem Jahr kommt eine neue Technik zum Einsatz, die das Umkippen der Gitter erschwert. Die Absperrungen verteilen den Druck der Menschenmasse. Zum ersten Mal kamen die „Crash Barriers“ in Solingen beim Open-Air-Konzert mit DJ Ötzi im Walder Stadion zum Einsatz.

Personal Es wurde aufgestockt, um den Verkehr zu beaufsichtigen und ein Auge auf die Sicherheit zu haben.

Wetter Es ist immer ein wichtiger Faktor in puncto Sicherheit. Bei großer Hitze kann es zu Hitzschlägen und Kreislaufzusammenbrüchen kommen. Auch Stürme und Unwetter können die Sicherheit gefährden. Für das kommende Wochenende ist ein Wolken-Sonne-Mix mit gemäßigten Temperaturen in Höhe von 18 bis 23 Grad vorausgesagt. Am Sonntag wird es wahrscheinlich regnerisch.

Bereits eine Woche nach der Sommerparty 2009 starteten die Vorbereitungen für dieses Jahr. „Man muss früh anfangen, die Verträge für das nächste Jahr auszuhandeln“, so Höttges. Ähnlich läuft es bei den Winzern. „Im Frühjahr beginnt die Musikerauswahl und das Programm wird festgelegt“, sagt Ludewigs.

Von der Bühnentechnik bis zur Sauberkeit muss alles penibel durchorganisiert sein. Eine Erfahrung, die man im Laufe der Jahre sammelte, verdeutlicht Jan Höttges: „Das Wildpinkeln nimmt mit der Qualität der Toilettenwagen rapide ab.“ Man setzt auf mobile Wassertoiletten. Übrigens: Wildes Urinieren wird mit Verwarngeldern von 35 Euro, bei mehrfachem Erwischen mit Bußgeldern von 50 Euro zuzüglich Gebühren bestraft.

Das Duisburger Loveparade Unglück hat Spuren hinterlassen

Groß geschrieben wird auch das Thema Sicherheit. Ein Unglück, vergleichbar mit der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade, bei der 21 Menschen zu Tode kamen, halten Veranstalter und der Stadtdienst Ordnung für unwahrscheinlich. „Wir haben hier eine völlig andere Situation“, so Achim Weiser vom Stadtdienst. „Auf dem Fronhof und auch am Neumarkt gibt es viel Luft und Fluchtmöglichkeiten.“

Dennoch habe Duisburg auch in Solingen Spuren hinterlassen, so Höttges. „Die Sicherheitsanforderungen sind gestiegen.“ So seien etwa für Samstag, dem besucherstärksten Tag, 14 Sicherheitsordner allein vom Veranstalter beauftragt unterwegs. „Im Vorjahr waren es acht. Zwei haben wir auf Grund der hohen Besucherzahlen aufgestockt, vier wurden nach dem Duisburger Unglück noch gefordert.“ Ansonsten beachte man die Standards aus den Vorjahren. „1000 Euro mehr fallen an“, summiert Höttges die gestiegenen Kosten für das aufwändigere Sicherheitskonzept.

Insgesamt sei die Finanzierung wie in jedem Jahr schwierig. Zwar sei man durch städtischen Zuschuss und Sponsoren ganz gut aufgestellt, es fehlten aber noch rund 10 000 Euro in der Kasse. Wer möchte, kann das Fest durch den Kauf eines Echt.Scharf.Solingen-Buttons für einen Euro unterstützen.

Das Fest geht am Freitag um 16 Uhr mit der Eröffnung durch Oberbürgermeister Norbert Feith und Weinfass-Anstich auf dem Fronhof los. Ab 17.05 Uhr rocken „The Jokers“ den Neumarkt. cbi