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27.01.2009 09:37
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Kombi-Bad stark unter Beschuss
Auf einer Woge der Genugtuung schwimmt die Opposition im Stadtrat. Weil die Stadtverwaltung nach der Marktabfrage der vergangenen Monate lediglich potenzielle Betreiber, aber keinen Investor für das geplante Kombi-Bad präsentieren kann (ST berichtete), wollen die Gegner die Gunst der Stunde nutzen und das ungeliebte Konzept versenken.

Die Vision sei gescheitert, erklären die FDP-Sportpolitiker Volker Klein und Gerrit Rosenbaum. Solingen eigne sich als Standort einfach nicht, weil es „von Bädern dieser Kategorie geradezu umzingelt ist“. Keinesfalls dürfe das Rathaus den Bau auf eigene Faust stemmen und Betreibern höhere Subventionen anbieten. Klein warnt vor einem „Zuschussmonster“. Auf Mittel aus dem Konjunkturpaket zu setzen - so wie es CDU-Fraktionschef Bernd Krebs angedeutet hat - halten die Liberalen für abwegig. Von dem Geld sollen Kindergärten und Schulen profitieren, eventuell auch der beabsichtigte Ausbau des Klingenbades zum Stützpunkt für Vereins- und Schulschwimmer. Der Einstieg in einen wettbewerblichen Dialog, der die Stadt bis zu 340 000 Euro kosten könnte, erscheint der FDP inakzeptabel.

Als „reinen Wahnsinn“ bezeichnen die Grünen diese Vorgehensweise. „Wie könnte eine solche Ausgabe gerechtfertigt werden angesichts all der Einrichtungen, die geschlossen, beziehungsweise all der Zuschüsse, die gestrichen wurden“, fragt Sportsprecherin Birgit Evertz. Es sei Zeit, die Realitäten anzuerkennen und „zu retten, was an der Solinger Bäderlandschaft noch zu retten ist“, meint Fraktionssprecherin Martina Zsack-Möllmann.

Rathaus-Spitze will die Chancen jetzt nüchtern ausloten

Auch die BfS spart nicht mit Kritik. CDU und SPD müssten sich von ihrem „Luftschloss“ Kombi-Bad verabschieden. Die Koalition befinde sich ebenso wie Sportdezernent und Oberbürgermeister-Kandidat Norbert Feith (CDU) „in einer sportpolitischen Sackgasse“. Hielten sie dennoch an der Idee fest, zahlten Stadt und Bürger drauf. Das Ziel, durch das neue Bäderkonzept städtisches Geld zu sparen, werde ad absurdum geführt. Zudem drohten hohe Eintrittspreise, die Familien und Jugendliche träfen.

Der Gegenvorschlag der BfS lautet unverändert, den Standort Vogelsang zum Familienbad sowie die Freibäder in der Heide und im Schellbergtal zu Naturbädern umzubauen (die Grünen favorisieren das Ittertal als Naturbad). Das Klingenbad und das Hallenbad Ohligs sollen als Vereins- und Schulbäder dienen. In dieselbe Richtung argumentiert auch FBU-Chef Ulrich Hohn. Die Kombi-Bad-Idee sei „wie eine Seifenblase geplatzt“.

Sportdezernent Norbert Feith (CDU) empfiehlt eine nüchternere Betrachtung. „Schwarz-Weiß-Malerei ist mir zu einfach.“ Es sei nie zu erwarten gewesen, dass ein Privater das komplette Risiko übernehme, sagt Feith. Deshalb schlage die Stadtspitze vor, den wettbewerblichen Dialog mit den Interessenten zu starten. Dieser soll klären, ob und zu welchen Konditionen ein Kombi-Bad zu realisieren ist. Dass dieses Vorgehen für die Stadt teuer ist, streitet Feith nicht ab. Aber er sagt auch: „Kein Verfahren ist umsonst zu haben.“

Am 10. Februar will der Finanzausschuss über den Start des Dialogs entscheiden. Feith bietet den Fraktionen an, zu ihren internen Beratungen den Gutachter einzuladen. Als großen Verfechter des Kombi-Bades will sich Feith in der hitzigen Debatte nicht verstanden wissen. Denn die Idee war längst geboren, bevor er im Sommer nach Solingen kam. Er führe einen Auftrag aus, sagt er. „Aber ich will nicht mit Gewalt etwas verkaufen.“ kra