In raues Fahrwasser geraten CDU und SPD mit ihrer Kombi-Bad-Idee. Denn die Ergebnisse der Marktabfrage sind ernüchternd. Am 3. Februar stellt Sportdezernent Norbert Feith (CDU) das Papier dem Sportausschuss vor. Zwar hat das Rathaus fünf Interessenten an der Hand, mit denen intensivere Gespräche geführt wurden. Doch alle diese Firmen wollen sich auf die Rolle des Betreibers konzentrieren. Sie scheuen das Investitionsrisiko für den Bau eines neuen kombinierten Frei- und Hallenbades. Nach ST-Informationen spielen hier anscheinend auch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise eine Rolle.Nur ein Unternehmen ist überhaupt bereit, Kapital für das Bad einzusetzen. Es bittet allerdings im Gegenzug um eine Bürgschaft der öffentlichen Hand, also der Stadt. Darüber hinaus erwarten alle Interessenten einen städtischen Zuschuss für den laufenden Betrieb. Die Höhe schwankt zwischen 600 000 Euro und zwei Millionen Euro pro Jahr. Bisher will das Rathaus Betreibern mit maximal 700 000 Euro helfen. Drei Firmen favorisieren den Standort Bodlenberg in Ohligs, zwei sind für Buschfeld.Unter den Spitzen von CDU und SPD macht sich Enttäuschung breit. Sie haben sich am Donnerstag von Feith informieren lassen. Die Frage, die zu beantworten ist: Macht das Projekt unter diesen Voraussetzungen Sinn?Dem Bündnis aus CDU und SPD droht die Zerreißprobe„Das ist nicht das Optimum, das wir uns ganz zu Beginn vorgestellt haben“, sagt CDU-Fraktionschef Bernd Krebs. Dennoch wolle die Union weiterhin nach Wegen suchen, um das Projekt zu stemmen. Krebs räumt aber ein, dass es in der CDU jetzt viel Diskussionsbedarf gibt.Das sieht in der SPD nicht anders aus. „Ich bin nicht gerade euphorisch“, kommentiert SPD-Fraktionschef Ernst Lauterjung die Situation. Bisher hat er sich immer für das Kombi-Bad stark gemacht, weil ihn die dahintersteckende Idee überzeugt (siehe Kasten rechts). Die neue Situation bezeichnet Lauterjung „als nicht einfach“. Es ist zu klären, ob das Kombi-Bad unter diesen Bedingungen noch die beabsichtigten Ziele erfüllt. Lauterjung: „Wir sind an einem Punkt, an dem die Weichen zu stellen sind.“ Nach ST-Informationen überlegen offenbar bereits Genossen, die Notbremse zu ziehen.Das aber würde das Bündnis von CDU und SPD schwer belasten. Das Kombi-Bad ist Kernbestandteil ihres Vertrages. Krebs: „In den anstehenden Gesprächen wird sich zeigen, ob die Kooperation noch arbeitsfähig ist.“ Der CDU-Mann plädiert weiterhin dafür, das Bad notfalls von den Stadtwerken oder der städtischen Beteiligungsgesellschaft bauen zu lassen. Er hofft zudem auf Millionen aus dem Konjunkturpaket. „Die könnten wir auch in ein Kombi-Bad investieren.“Sportdezernent Norbert Feith bleibt vorerst aber auf Kurs und schlägt vor, im Februar einen wettbewerblichen Dialog einzuleiten - mit dem Ziel, einen Bieter herauszufiltern. Der Vorteil: Im Gegensatz zu einer Ausschreibung legt sich die Stadt nicht fest, kann jederzeit aussteigen. Das Verfahren ist aber teuer. Kalkulierte Kosten: 340 000 Euro. » siehe Guten Morgen
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