CDU und SPD, die im Rat der Stadt kooperieren, haben ein Bäderkonzept erarbeitet. Es sieht den Neubau eines kombinierten Hallen- und Freibades für Sport, Freizeit und Familie vor sowie eine Erweiterung des Sportbades Klingenhalle. Alle übrigen Bäder sollen dafür aufgegeben werden. Das Thema durchläuft derzeit die politischen Gremien. Am Montag war die Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid an der Reihe. Es ging um den Auftrag an die Verwaltung, die notwendige Machbarkeitsstudie für das Projekt auszuschreiben. Ihn erteilten die beiden großen Fraktionen mit einer Stimme Mehrheit ihre Zustimmung - gegen das Nein von Grünen, BfS und des Parteilosen bei Enthaltung der FDP.
Der Beschluss setzt voraus, dass bis zur Fertigstellung von Kombi-Bad und Klingenhallen-Erweiterung (um einen Anbau mit einem Lehrschwimmbecken und einem normalen Schwimmbecken) „das Angebot im Hallen- und Freizeitbereich sichergestellt“ ist. Uwe Rosjat vom städtischen Finanzmanagement untermauerte die Notwendigkeit der radikalen Lösung mit Summen: Die heutigen Bäder verlangten jährlich 2,91 Millionen Euro an Zuschüssen. Die Besucherzahlen seien rückläufig. Auf über 30 Millionen belaufe sich der Sanierungsstau. „Für Sanierungen aber dürfen wir keine Kredite aufnehmen“, konstatierte er.Einstündiger Disput vor der AbstimmungDem am Ende gefassten Beschluss ging ein mehr als ein-stündiger Disput voraus. In ihm kämpften Manfred Krause (Grüne) vehement für den Erhalt des Ohligser Hallenbades und Wolf-gang Schmitz (BfS) für die Idee, das Heidebad in ein „Naturbad“ umzumodeln. Gerd Ern (FDP) forderte vorab den Nachweis eines geeigneten Standortes und eines Investors. CDU und SPD lehnten jeweils ab. SPD-Sprecher Klaus Blasberg drängte mit Nachdruck auf Abstimmung: „Die Debatte hat nichts Neues erbracht.“Stichwort Abstimmung: Bei der CDU tanzte Dr. Jörg Wacker aus der Reihe. Er befürchtet, dass die für das Kombi-Bad diskutierten Standorte im Westen der Stadt gar keine oder nur eine schlechte Verkehrsanbindung haben. Wacker möchte das Ohligser Buschmann-Gelände zwischen Hochstraße und Sauerbreystraße in die Überlegungen einbezogen wissen. w.p.g.