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30.08.2008 09:13
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Kombibad: Reicht der Zuschuss?
Von Andreas Baumann

Für das vom Rat beschlossene Kombibad im Solinger Westen ist noch kein Investor in Sicht. Jetzt will die Stadtverwaltung in eine „Marktabfrage“ einsteigen - also erkunden, ob es überhaupt Firmen gibt, die das Freizeitbad für rund 20 Millionen Euro bauen und/oder betreiben wollen. So steht es in einer Vorlage für den Sportausschuss. Der diskutiert das Bäder-Konzept (siehe Kasten) nächsten Dienstag.

Nicht nur die Grünen bezweifeln allerdings, dass das Kombibad jemals Wirklichkeit wird. Knackpunkt ist der jährliche Zuschuss, den die Stadt einem Betreiber anbieten will: Mehr als 700 000 Euro sollten es zunächst nicht sein, weil durch die Neuordnung der Bäderlandschaft unterm Strich 900 000 Euro pro Jahr gespart werden sollen. „Mit diesem Zuschuss kriegen wir keinen Investor“, sagt Birgit Evertz, die für die Grünen im Sportausschuss sitzt. „Das haben städtische Berater schon im Mai in einem Workshop erklärt.“

Klingenbad: Wärme aus dem Müllheizkraftwerk?

Diese Veranstaltung mit den Beratern (Luther Rechtsanwaltsgesellschaft und CB Richard Ellis GmbH) habe gezeigt, schreibt auch die Stadtverwaltung, „dass die äußerst begrenzte Solvenz der Stadt und die hieraus resultierende Limitierung eines Zuschusses für einen Investor problematisch sein wird“.

Ein erklärter Gegner des Kombibades wird deutlicher: „Das wird nichts“, glaubt Lebenshilfe-Geschäftsführer Josef Neumann. „Unter zwei Millionen Euro Zuschuss läuft da gar nichts.“ Neumann hat Einblicke in die Branche erhalten, als er gemeinsam mit Fachleuten ein neues Konzept für das Birkerbad entworfen hat. Bei der EU-Ausschreibung für das denkmalgeschützte Haus Anfang 2009 wird die Lebenshilfe wohl mitbieten.

Im Rathaus sucht die Arbeitsgruppe „Bäderkonzept“, eingerichtet vom neuen Dezernenten Norbert Feith, nach Sparmöglichkeiten, um den Kombibad-Zuschuss erhöhen zu können. So wird geprüft, ob der geplante Anbau ans Klingenbad mit kleineren Räumen auskäme. Auch die Energiekosten des Klingenbades sollen sinken - wahrscheinlich mit Fernwärme aus dem Müllheizkraftwerk.

Die Grünen fordern, bis zu einer Entscheidung das Freibad Ittertal am Leben zu erhalten. Die gemeinnützige GmbH ist aber in der Insolvenz, das Schwimmerbecken seit 2008 außer Betrieb. „Wir sind optimistisch, den Bereich der Beschäftigungsmaßnahmen zu retten“, sagt Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver, der Vorsitzende des Ittertal-Trägervereins. Auch auf der Freizeitanlage solle „so viel wie möglich“ erhalten werden. Falls das Kombibad platzt, so der SPD-Vorsitzende, müsse man auch wieder über Schwimmbetrieb mit städtischem Zuschuss im Ittertal reden. Müller-Stöver: „Dann mischen wir die Karten neu.“ » Guten Morgen