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16.06.2009 09:46
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Keine Mehrheit für Lösung mit einem Becken

Die CDU und ihr Sportdezernent Norbert Feith stehen offenbar auf verlorenem Posten. Denn nachdem Feith am vergangenen Freitag den Vorschlag der Rathausspitze präsentierte, das Klingenbad nur um ein 25-Meter-Becken zu erweitern, scheint eine politische Mehrheit für dieses Modell in weiter Ferne. Nur die CDU versichert ihre Zustimmung. Allein ist die Union aber zu schwach, um daraus im Stadtrat am 25. Juni auch einen Beschluss zu zimmern.

Mit ihrem Koalitionspartner SPD können die Christdemokraten in dieser Frage nicht rechnen. Die Genossen haben in der Bäderfrage inzwischen eine andere Richtung eingeschlagen. Seit einigen Wochen fordern sie neben einem 25-Meter-Becken ein weiteres Lehrschwimmbecken für die Klingenhalle. Im Stadtrat hat die SPD nun gute Karten, ihre Idee durchzusetzen. „Nach allem, was ich bisher gehört habe, wollen auch FDP, BfS und FBU für die Zwei-Becken-Lösung eintreten“, erklärt SPD-Fraktionschef Ernst Lauterjung. Die bisherigen Aussagen der kleinen Fraktionen bestätigen ihn. Die Grünen prüfen noch.

Im Hinblick auf das inzwischen gereizte Klima in der Koalition mit der CDU baut Lauterjung vorsichtshalber vor: „Ich sehe darin kein großes Konfliktpotenzial. Die CDU hat akzeptiert, dass wir hier eine andere Linie vertreten.“ Ein Umschwenken kann er sich kaum vorstellen. CDU-Fraktionschef Bernd Krebs hofft dennoch auf einen Sinneswandel. Am Freitag treffen sich die Großkoalitionäre, um zu beraten. „Wir bezweifeln, dass zwei Becken zu bezahlen sind“, sagt Krebs. „Und die Finanzierbarkeit genießt bei uns Priorität.“

Darin ist er sich mit Kämmerer Ralf Weeke einig. Der SPD-Mann stimmte im Verwaltungsvorstand ebenso wie Ordnungsdezernent Robert Krumbein (SPD) für die kleine Lösung - und damit gegen den SPD-Vorschlag. „Ich muss die Variante wählen, die am wirtschaftlichsten ist“, sagt Weeke. „Die Finanzen laufen völlig aus dem Ruder.“ Weitere 800 000 Euro für ein zweites Becken draufzusatteln, sei nicht darstellbar.

Keine Zeit für langen Streit

Für das 25-Meter-Becken plus Sanierung kalkuliert die Stadt eine Investition von 5,3 Millionen Euro. Für einen Hubboden würden zusätzlich 350 000 Euro fällig. Die Zwei-Becken-Lösung der SPD soll 6,1 Millionen Euro kosten. „Wer das will, muss sagen, wo er an anderer Stelle sparen will“, fordert Weeke. 16,6 Millionen Euro fließen aus dem Konjunkturpaket nach Solingen. Der Großteil dient neben der Erweiterung des Klingenbades der Sanierung von Schulen.

SPD-Fraktionschef Lauterjung will Weekes Warnruf nicht überbewerten: „Der Kämmerer tut alles, um das Geld zusammenzuhalten. Ich gestehe ihm eine andere Meinung zu. Aber: Die Fraktion ist eigenständig.“ Zeit für langen Streit existiert ohnehin nicht. Vor der Sommerpause muss entschieden werden. Denn bis Ende 2011 sind die Konjunkturpaket-Maßnahmen abzurechnen. 21 Monate dauern Ausbau und Sanierung des Klingenbades etwa. Weeke: „Zeitlich brennt der Kittel.“