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19.01.2012 10:20
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Karstadt-Schutt auf 2800 Lkw

Von Hans-Peter Meurer

Auch wenn es nach der Sprengung des Karstadt-Hochhauses ruhiger geworden ist um die Großbaustelle mitten in der Innenstadt: Die Arbeiten ruhen keineswegs. „Im Gegenteil: Wir arbeiten weiter unter Volldampf, nutzen die weiterhin schnee- und frostfreie Zeit, um den Bauschutt nach und nach abzufahren“, sagt Wolfgang Mergener. Er ist Bauleiter der für den Abriss verantwortlichen Dortmunder Firma Geo-Experts.

„Wir wollen hier spätestens Anfang Mai mit dem Rohbau beginnen. Bis dahin ist aber noch viel zu tun“, sagt Mergener, bei dem derzeit die (Telefon-)Drähte im wahrsten Sinne des Wortes zusammenlaufen. Denn bevor mit dem Rohbau des neuen Shoppingcenters begonnen werden kann, müssen immerhin 50 000 Tonnen Bauschutt und 30 000 Tonnen Bodenaushub „verarbeitet“ werden, wie es Mergener nennt.

70 000 Tonnen Bauschutt und Bodenaushub müssen weg

10 000 Tonnen davon bleiben aber am Ort, werden hier recycelt und zum Auffüllen des Grundstücksgefälles in Richtung Weyersberger Straße genutzt. „Der Rest, also 70 000 Tonnen, muss abgefahren werden“, erläutert der Bauleiter. „Wir stellen uns eine Tagesleistung von im Durchschnitt 1000 Tonnen vor. Das wären dann insgesamt 70 Abfuhrtage, wobei wir vorerst nur montags bis freitags planen.“

Geht man von einer Traglast von 25 Tonnen pro Lkw aus, dann entspricht das Abfuhrgut der stolzen Summe von etwa 2800 Lkw-Ladungen. Damit fahren im Schnitt zweieinhalb Monate lang wochentäglich rund 40 Lkw à 25 Tonnen Bauschutt und Abraumgut weg.

„Der Bauschutt wird zu 100 Prozent recycelt. Der Schutt wird bei uns und dann noch einmal auf den Wertstoffhöfen von einem halben Dutzend Recycling-Firmen nochmals gebrochen und gesiebt. Dieser Wertstoff kehrt dann in den Wirtschaftskreislauf zurück und wird vor allem im Straßenbau Wiederverwendung finden“, erklärt Wolfgang Mergener.

Da man keinen Stillstand bei der Abfuhr des Bauschutts riskieren will, ist der Auftrag gleich an ein halbes Dutzend Transportunternehmen und Recycling-Firmen in Düsseldorf, Neuss, Mettmann, Köln und Velbert gegangen. „Fällt irgendwo dort eine Brech-Maschine aus, können wir rasch die nächste Firma beliefern“, erläutert Bauleiter Mergener.

Der Abfahrweg verläuft in der Regel über die Weyersberger Straße, die Kotter Straße, die August-Dicke-Straße und die Viehbachtalstraße. Ein weiteter, aber seltener genutzter Weg führt über die Weyersberger Straße, den Schlagbaum und die Schlagbaumer sowie Wuppertaler Straße zur Autobahn 46.

„Obwohl die Abfuhr bereits voll im Gang ist, liegen uns bisher keinerlei Anwohner-Beschwerden vor“, ist aus dem Stadtdienst Ordnung zu hören. „Wir sind erstaunt, aber auch froh darüber“, sagt Dieter Strempel von der Stadt.