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01.01.2009 17:18
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Ittertal meldet Insolvenz an

Schon im Herbst 2007 stand sie vor der Pleite, jetzt gab es keine Alternative mehr: Am Dienstag hat die Sport- und Kulturzentrum Ittertal gGmbH Insolvenz angemeldet. „Wir hatten keine andere rechtliche Möglichkeit“, bestätigte Geschäftsführer Michael Korb gestern Abend. „Wir sind nicht in der Lage, die Juli-Löhne zu zahlen.“

Die Gesellschaft betreibt nicht nur das verkleinerte Freibad und die Eisbahn im Ittertal, sondern unterhält auch den Beroma-Regionalladen in der Hasseldelle und ist im Garten- und Landschaftsbau aktiv. Sie beschäftigt rund 60 Mitarbeiter, darunter zahlreiche Langzeitarbeitslose in staatlich geförderten Beschäftigungsmaßnahmen. Die eigenen Personalkosten beziffert Geschäftsführer Korb auf rund 75 000 Euro im Monat.

Der Betrieb soll jetzt in allen Geschäftsbereichen weitergehen – „auf jeden Fall im August, voraussichtlich auch im September“, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Robert Fliegner zusichert. Danach sieht der Anwalt ebenfalls Chancen für die Ittertal gGmbH: „Ich denke, es bleibt Zeit, eine Zukunftslösung zu finden.“ Fliegner ist zuversichtlich, den Mitarbeitern über eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung schnell unter die Arme greifen zu können.

Michael Korb führt die Ittertal-Geschäfte weiter, muss sich aber eng mit dem Insolvenzverwalter abstimmen. „Natürlich werden wir kämpfen“, betont Korb. Mit insgesamt rund 200 000 Euro sei die gGmbH in den roten Zahlen, größter Gläubiger die Stadt-Sparkasse. Hauptverursacher des Defizits sei die Freizeitanlage im Ittertal. Um Kosten zu reduzieren, hatte man in diesem Jahr das Schwimmerbecken aufgegeben, während Planschbecken und Freizeitgeräte weiter genutzt werden können. Geplant war, das Ittertal für kühles Wetter „aufzurüsten“ – mit Kletterwand, Hochseilgarten und Camping-Stellplätzen etwa. „Jetzt kommt alles auf den Prüfstand“, sagt Michael Korb.

Die Ittertal gGmbH hat in diesem Jahr letztmalig einen städtischen Zuschuss von 130 000 Euro erhalten. 2007 konnte die Insolvenz nur verhindert werden, weil Oberbürgermeister Franz Haug mit dem Segen der Großen Koalition 170 000 Euro aus der Gewinnausschüttung der Stadt-Sparkasse zur Schuldentilgung verwendete.

Einer der Ersten, der nun von der Insolvenz Wind bekam, war Heinz Bender. „Mir tut es besonders um die Langzeitarbeitslosen leid“, erklärte der BfS-Fraktionschef gestern Abend.

Insolvenzverwalter sieht Chancen für die Gesellschaft