Finanziell aus dem Vollen schöpfen, das konnten die drei städtischen Häuser der Jugend auch in der Vergangenheit nicht. Aber jetzt droht es für die Offenen Türen an der Dorper Straße, in Aufderhöhe und in Gräfrath finanziell noch enger zu werden.
„Bei der seit heute vorliegenden Haushaltsverfügung aus Düsseldorf muss das Budget für die Häuser der Jugend um 20 Prozent reduziert werden, wenn es uns nicht gelingt, eine Haushaltssicherung auf die Beine zu stellen“, befürchtet Kämmerer Ralf Weeke. Schon seit mehreren Jahren sind die Haushaltsansätze für die Einrichtungen der Jugendförderung nur zu 80 Prozent freigegeben. Eine Reduzierung auf dann 60 Prozent wäre ein weiterer großer Einschnitt.
„Es ist kein Geheimnis, dass gespart werden muss. Wenn die Haushaltsverfügung veröffentlicht ist, müssen wir sehen, wie wir damit umgehen können“, so Jürgen Bürger, Leiter der Jugendförderung. Klar sei, dass dann die Angebote zurückgefahren werden müssen.
Viele Angebote über Honorarkräfte abgedeckt
Personell sind die Häuser der Jugend ohnehin nicht sehr stark aufgestellt. Jeweils einen hauptamtlichen Mitarbeiter gibt es in Gräfrath und Aufderhöhe, drei an der Dorper Straße. Viele Angebote werden deshalb über Honorarkräfte abgedeckt.
Etwa 150 Kinder und Jugendliche besuchen beispielsweise jede Woche den Jugendtreff in Aufderhöhe. „Wir haben einen Schwerpunkt auf Musik und Multimedia“, so der Leiter Michael Voigt. An drei Nachmittagen gibt es Kindergruppen, dazu Bandangebote, Vereinsarbeit oder Sozialkompetenz-Training an den Schulen.
Wie in Aufderhöhe müsste zukünftig auch in Gräfrath an externem Personal und somit an Angeboten gespart werden. Derzeit sind dort neben einem hauptamtlichen Leiter sechs Mitarbeiter mit verschiedenen Stunden-Kontingenten beschäftigt. Sie leisten Kursangebote, eine offene Tür von dienstags bis freitags, Kooperationen mit der Hauptschule Central oder auch Veranstaltungen oder Konzerte an den Wochenenden. „Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit mit den Schulen und Vereinen“, so Leiter Christian Schönenborn.
Um gerade an den Wochenenden Angebote und somit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Jugendliche anzubieten, hat das Haus der Jugend an der Dorper Straße seit einiger Zeit auch am Sonntag geöffnet. „Das wird gut angenommen“, so Leiterin Christiane Windrath.
Peter Eberhard, Leiter des Stadtdienstes Jugend, will die möglichen konkreten Sparvorgaben zunächst abwarten. „Klar ist, dass man etwa bei Fixkosten wie Gebäuden oder Personal mit seinen tarifrechtlichen Ansprüchen nicht ohne weiteres auf 60 Prozent runtersparen kann“, so Eberhard. Dann stünde eventuell ein ganzes Haus auf der Kippe. Einzelne Veranstaltungen oder Festivals im Bereich Jugendförderung seien da einfacher einzusparen. „Aber letztendlich muss die Politik entscheiden, was ihr wichtig ist und woran sie festhalten will.“
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