Leichlingen. Gut 130 Menschen, ausgerüstet mit Fackeln, Taschenlampen und Kerzen, nahmen gestern Abend an einem Lichterzug vom Info-Zentrum der Initiative „Rettet den Stadtpark“ in der Brückenstraße zum und rund um den Stadtpark teil. „Stoppt den Wahnsinn“ und andere Parolen standen auf Schildern und Transparenten.
„Wir halten die neuen Pläne samt tiefergelegter Neukirchener Straße und gut 10 000 Quadratmetern Verkaufs- und Gewerbefläche für völlig überzogen“, schimpfte unter anderem Achim Kötting, Vorsitzender der Initiative. Die Bürgerinitiative hofft deshalb, dass heute um 17 Uhr möglichst viele Bürger zur Ratssitzung kommen, die wegen des zu erwartenden Andrangs in der Aula Am Hammer stattfinden wird.
„Wir hätten diesen Klotz genau vor der Nase.“
Klaus-Dieter und Doris Hoppe Anwohner der Lessingstraße
Gleich dreimal umrundeten die Teilnehmer des Lichterzuges den neuen Stadtpark, der nach den Plänen von Architekt und Investor einem Einkaufszentrum mit großem Verbrauchermarkt, weiteren Fachmärkten sowie einzelnen Geschäften und Restaurants weichen soll. Dafür, so die Befürworter, entstünde an Stelle des heutigen Kaufparks eine attraktive Öffnung zur Wupper samt geplantem Brückenschlag ins Brückerfeld.
„Wir hätten diesen Klotz genau vor unserer Nase“, beschweren sich Klaus-Dieter und Doris Hoppe, die seit Jahren in der Lessingstraße wohnen und sich ihre Aussicht nicht nehmen lassen wollen. Eigentlich sollten sich noch viel mehr Leichlinger dagegen wehren.
„Denen hier im Rathaus muss doch mal ein Licht aufgehen“, hofft denn auch Jens Weber, und Annette Herndl, Gründungsmitglied der Initiative, befürchtet: „Da wollen sich einige Häuptlinge ihr ganz persönliches politisches Denkmal setzen und das um jeden Preis durchziehen.“ Kötting indessen hofft auf Sachverstand: „Das muss doch jeder sehen, dass das für Leichlingen völlig überzogene und viel zu teure Pläne sind. Wir sollten in dieser Stadt mal auf dem Teppich bleiben.“ Hoffnungsvoll registrieren die „Stadtparkretter“ die Risse in der Front der Befürworter. Die Zerstrittenheit der CDU sorgte in diesen Tagen immer wieder für Schlagzeilen (ST berichtete). VoJ