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12.03.2010 17:59
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Heroin importiert, weil es Vater „dreckig“ ging?

Ein schmerzhaftes Rückenleiden und sein drogenabhängiger Vater, „dem es dreckig ging“: Das sollen die Gründe gewesen sein, warum der Angeklagte (25) Heroin nahm und als Kurier nach Holland fuhr. Der 1. Großen Strafkammer des Wuppertaler Landgerichts verkündete er dies nicht selbst. Vielmehr ließ er über seinen Verteidiger ein Schreiben verlesen. Weitere Informationen sind für den nächsten Prozesstag, den 24. März, geplant. Dann will sich auch sein Vater (50) äußern, am übernächsten Prozesstag sogar seine Oma (85). Beide sind ebenfalls mitangeklagt.

In dem Prozess um fünf Angeklagte geht es, was die Aussagebereitschaft angeht, schleppend voran. Laut Anklage importierten sie das Heroin zwischen März 2008 und August 2009 in wechselnder Beteiligung. Folgt das Gericht der Staatsanwaltschaft, drohen Haftstrafen bis zu elf Jahren.

„Für niemanden sonst als für meinen Vater wäre ich nach Holland gefahren“, ließ der 25-Jährige verlesen. Nach geraumer Zeit Funkstille will er, mit 16 Jahren, seine „starke Verbundenheit“ zu dem 50-Jährigen wiederentdeckt haben. Dieser soll seinem Sohn sogar Heroin für den Eigenkonsum überlassen haben. „Nach einer Entgiftung ging es mir schlecht“, so der 25-Jährige. Zudem habe er die Zeit bis zu einer Operation durchstehen wollen. Da der Vater gesundheitlich angeblich angeschlagen war, will der junge Mann „nach einigem Zögern“ zugestimmt haben, als Kurier einzuspringen: „Ich fühlte mich für ihn verantwortlich. Und brauchte selbst Drogen.“

„Ich fühlte mich für ihn verantwortlich.“

Angeklagter über seinen Vater

Ausgestattet mit Geld, Handys und Tasche sei er nach Rotterdam aufgebrochen. Dort sei er in einem Hotel abgestiegen und habe auf einen holländischen Kontaktmann gewartet. Mit dem Heroin im Gepäck, das er teils schon am Übergabeort konsumiert habe, sei er dann mit dem Zug weiter nach Roermond gereist. Dort will er die Ware an einen mitangeklagten Kurier (29), der im Rollstuhl sitzt, weitergegeben haben, damit dieser den Stoff über die Grenze schaffe. Der 25-Jährige selbst will für die Rückfahrt ein Taxi genommen haben.

Ohne Operation, die er nun anstrebe, drohe er „immer wieder in den Teufelskreis“ der Sucht zu geraten, so der 25-Jährige: „Ich will ein schmerz- und drogenfreies Leben mit meiner Freundin führen.“ Die 28-Jährige ist wegen Beihilfe angeklagt. cd