Der Zöppkesmarkt ist nicht einfach nur ein Trödelmarkt, bei dem man stöbern, essen und trinken kann. Das zweite Wochenende im September ist traditionell ein Treffpunkt für Jung und Alt. Seit 40 Jahren ist auch die Handball-Abteilung der Polizei-Sportvereinigung Jahn (PSVg) dabei – mit einem Bierstand, sagt Georg Samek, der sich um die Organisation des Standes kümmert. „Wir sind Kult. Freitagsabends hat die dritte Mannschaft immer Dienst an unserem Bierstand geschoben, da standen die Leute in Achter-Reihen.“
Pikant: Vereinsvorsitzender arbeitet bei der Stadt
Damit ist jetzt erst mal Schluss. Grund: Der Platz, den die Sportler seit gut 20 Jahren gebucht haben, ist dieses Jahr dem Ballspiel-Verein (BV) Gräfrath zugesagt worden. „Wir standen immer zwischen Kaufhof und Edeka“, erklärt Samek. Die Handballer der PSVg haben keine Zusage vom Veranstalter des Zöppkesmarktes, der Arbeitsgemeinschaft Reise & Markt, erhalten, sagt er. Darüber sei man „mehr als enttäuscht“. Zumal die Einnahmen stets den Jugendmannschaften zugute gekommen seien. „Die Leute für den Stand waren schon eingeteilt, Getränkelieferanten hatten wir auch schon angesprochen“, fügt Christoph Laub, stellvertretender Leiter der PSVg-Handballabteilung, hinzu. „Die ganze Planung war für die Katz‘.“
Pikant: Der Vorsitzende des BV Gräfrath, Frank Müller, ist Sachgebietsleiter der Märkte- und Gaststättenaufsicht im Stadtdienst Ordnung. Darauf machen die Handballer aufmerksam.
Das weist Frank Decker, einer der beiden Organisatoren, zurück. „Die PSVg Jahn hat jahrelang Glück gehabt mit ihrem Platz. Es haben sich andere Vereine gemeldet, die auch mal dort stehen wollen. Es ist an der Zeit, dass man mal wechselt und den anderen die Chance gibt, sich auf dem Zöppkesmarkt zu präsentieren.“ In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sei klar geregelt, dass niemand Anrecht auf einen bestimmten Platz hätte. „Wegen neuer Sicherheitsauflagen muss ich dieses Jahr auch Plätze ändern.“
Zudem, betont Decker, habe es in den vergangenen Jahren „Querelen“ mit den Handballern gegeben. „Die Spielregeln sind, dass man an vier Tagen Zöppkesmarkt auch anwesend ist und nicht nach drei Tagen abbaut.“ Er habe die PSVg darüber hinaus seit drei Jahren dafür abgemahnt, dass sie nach 22 Uhr noch Musik spielten und den Platz „immer unsauber verlassen haben“. Er habe sogar eine Kehrmaschine bestellen müssen. „Das stimmt nicht, wir haben immer dafür gesorgt, dass unser Müll wegkommt“, kontert Laub.
Man hoffe nun, 2012 wieder beim Zöppkesmarkt dabei zu sein. Auch der FC Britannia wird dieses Jahr nicht vertreten sein.
Etwa 300 Plätze hat die Arge Reise & Markt schon für den Zöppkesmarkt vergeben. Trödler können sich noch im Internet oder schriftlich bewerben. mw