Dieses Mal meinen sie es ernst. Dieses Mal wollen sie die Bäderlandschaft wirklich neu ordnen. Angeführt von der Mehrheit aus CDU und SPD hat der Stadtrat gestern Abend eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und damit einen wichtigen Grundstein für den Bau eines neuen kombinierten Frei- und Hallenbades gelegt. Die Fraktionen stellten die Weichen gegen den Widerstand von Grünen, BfS und Solingen Aktiv.
Innerhalb eines Jahres soll das Gutachten vorliegen. Für dieses Zeitlimit hat sich die FBU stark gemacht. Ein unabhängiger Experte, der weder Bäder baut noch betreibt, soll die Studie erstellen, die wesentliche Fragen auf dem Weg zum Kombi-Bad klärt. Bevor die Stadt diesen Auftrag allerdings ausschreibt, ist auf Wunsch der FDP die Standortfrage zu klären. Bisher werden immer wieder Garzenhaus am Monhofer Feld und ein Gelände in der Nähe der Höhscheider Freisportanlage genannt. An die Machbarkeitsstudie ist zudem ein Vorverfahren zur Investorensuche gekoppelt. Sprechen die Fakten des Gutachtens für das Kombi-Bad, sollen mit dessen Inbetriebnahme alle bisherigen Solinger Freibäder sowie die Hallenbäder in Ohligs und am Vogelsang schließen. Bis dahin dürften jedoch noch einige Jahre ins Land gehen.Stolz verkündete SPD-Fraktionschef Ernst Lauterjung, dass Solingen nach jahrzehntelanger Diskussion erstmals die Kraft aufbringe, sich von alten, unrentablen und unattraktiven Bädern zu trennen. „Was lange währt, wird endlich gut.“ Denn große Teile der Solinger Bevölkerung sehnten sich nach einem modernen Angebot. Sie flüchteten heute in die Nachbarstädte. Als Vorsitzender des Sportausschusses versprach Lauterjung, dass das Bäderkonzept keinen Kahlschlag bedeute. „Vereine, Schulen und Jugendliche werden zu ihrem Recht kommen.“„Der Grundstein für das Kombi-Bad könnte zum Stolperstein werden.“Wolfgang Schmitz BfSÜber den städtischen Zuschuss an den Investor, der das Kombi-Bad bauen soll, will CDU-Sportsprecher Frank Schütz die Eintrittspreise kontrollieren. Vor allem die Grünen fürchten nämlich, das neue Bad könne für sozial Schwächere zu teuer sein. Gegen die Idee der BfS, die Standorte in der Heide und im Schellbergtal zu Naturbädern umzufunktionieren, sprechen laut Schütz Naturschutzgründe und topografische Schwierigkeiten. Außerdem sei auf diesem Wege nicht das nötige Geld im Haushalt einzusparen (eine Million Euro pro Jahr). Wo die Grünen das Geld hernehmen wollten, um den von ihnen geforderten Erhalt der Bäder (bis auf Heide) zu finanzieren, sei ihm schleierhaft.Für die Grünen ist das Kombi-Bad wie der Rathaus-Anbau ein Prestige-Objekt – mit dem Schönheitsfehler, dass es die Bedürfnisse vieler Nutzergruppen ignoriere und schwer zu erreichen sei. Wolfgang Schmitz (BfS) übte sich in Sarkasmus. „Wir haben hier schon viele Grundsteine gelegt. Allerdings könnte der Grundstein für das Kombi-Bad zum Stolperstein werden.“ kra