Von Andreas BaumannDie Planung ist nicht fertig, aber nimmt Gestalt an: Das neue Einkaufszentrum auf dem Karstadt-Grundstück soll an der Neumarkt-Seite doch keine fensterlose Fassade bekommen. Über die Schaufenster setzt das Düsseldorfer Architektenbüro HPP jetzt in der ersten Etage einen balkonartigen, verglasten Vorbau. Dort könne ein Café oder Restaurant einziehen, erklärte Architekt Werner Sübai gestern im städtischen Planungsausschuss.Auch ein Stockwerk höher sollen Räume mit Fenstern entstehen - für Sportaktivitäten etwa. „Die Öffnung zum Neumarkt ist ein entscheidender Fortschritt“, lobte Planungsdezernent Hartmut Hoferichter den Entwurf. Der bietet auch eine Lösung für eine „Problem-Zone“ - den zwölf Meter breiten, 180 m² großen Platz, der zwischen Neubau und dem Gebäude an der Kölner Straße entsteht, in dem sich eine Apotheke befindet. Diesen Platz wollen die Architekten mit einer terrassenförmigen Wasser-Kaskade gestalten. Das, so Sübai, sehe nicht nur schick aus, sondern verhindere auch, dass unerwünschte Gruppen diesen Ort zum Treffpunkt machen.Investor trägt die Kosten für eine neue AmpelanlageAuch die Kaskade wird von der Firma HLG Projektmanagement bezahlt, versicherte Christian Diesen, Geschäftsführer des Investors. Das gelte ebenso für eine neue Ampelanlage an der Kreuzung von Weyersberger Straße und Friedrichstraße. Die wird nach Einschätzung der Stadtverwaltung nötig, um die erwartete Verkehrszunahme zum Einkaufszentrum zu bewältigen. „Die Hauptzufahrt soll vom Weyersberg erfolgen“, betonte Dezernent Hoferichter. Die Parkhaus-Einfahrt Kasernenstraße werde eine untergeordnete Rolle spielen. Lieferanten-Lastwagen erreichen zwei Anlieferungshallen im Untergeschoss über eine Rampe auf der Rückseite des Gebäudes.Im Moment hofft HLG, dass das NRW-Bauministerium bald den Abriss des denkmalgeschützten Hedderich-Pavillons erlaubt - sonst könnte das Projekt platzen. Wenn der Rat der nötigen Bebauungsplan-Änderung im Herbst zustimmt, beginnt der Abriss der alten Karstadt-Gebäude im November. Zunächst werden Schadstoffe entfernt: „Wie meistens in solchen Gebäuden muss Asbest fachgerecht entsorgt werden“, sagt HLG-Chef Diesen. „Die Belastung ist aber nicht außergewöhnlich.“ Im Frühjahr soll das Hochhaus gesprengt werden.Mietverträge für die 18 000 m² Verkaufsfläche hat HLG noch nicht geschlossen. Diesen: „Das ist zu diesem Zeitpunkt normal. Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen.“