Ein graues Gebilde aus Beton, Personen- und Güterzüge, die schneller als bisher über die Schienen rauschen: Sieht so künftig die Müngstener Brücke aus?
Das Magazin „Bergische Blätter“ veröffentlichte in seiner Juli-Ausgabe eine Fotomontage des Wuppertaler Fotografen Michael Mutzberg. Sie zeigt, wie die Kulisse im Brückenpark künftig aussehen könnte. Als Vorbild diente die Blombachtalbrücke. Die Straßenbrücke wurde 1957 bis 1959 gebaut und führt in Wuppertal-Ronsdorf über die A1.
Viele Monate erregte die 113 Jahre alte Müngstener Brücke den Unmut der Pendler, die täglich die Regionalbahn 47, den Müngstener, auf dem Weg zur Arbeit nutzen. Da die Müngstener Brücke, die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, saniert werden musste, wurde sie für den Personennahverkehr aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die nächsten Arbeiten sind bereits für Sommer/Herbst 2012 geplant. Die Kosten belaufen sich auf über 30 Millionen Euro. Dabei geht die Deutsche Bahn nur noch von einer Restnutzungsdauer der Eisenbahnbrücke von maximal 30 Jahren aus.
Ein Ersatzbau für die denkmalgeschützte Brücke sei somit wirtschaftlicher als die umfangreichen Sanierungsarbeiten. Sollte die Müngstener Brücke in der Tat neu gebaut werden, geschieht dies höchstwahrscheinlich nicht nach Vorbild der alten Pläne als Stahlkonstruktion. Da die Stahlpreise sehr hoch sind, wird ein Bauwerk aus Beton, wie der Blombachtalbrücke, favorisiert.
Unterdessen sprechen sich die Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal dafür aus, eine Aufnahme der Müngstener Brücke in die Weltkulturerbe-Liste zu beantragen. Zudem gibt es Überlegungen, das Bauwerk als Kulturdenkmal anerkennen zu lassen. Dadurch könnten Fördermittel des Bundes fließen. jp