Da klapperte es ordentlich in der Zeitkapsel. Auch der Stadtkämmerer Ralf Weeke legte „zwei Euro und ein paar Cent“ in das Behältnis, in das man Erinnerungsstücke legt und das man anschließend vergräbt. Schließlich bringe dies ja Glück. Die Stadtspitze feierte gestern die offizielle Grundsteinlegung für den Ausbau des Klingenbades.
„Das ist ein besonderer Tag für Solingen“, betonte Oberbürgermeister Norbert Feith. „Investitionen in diesem Ausmaß sind selten geworden.“ Rund 6,6 Millionen Euro wird der Anbau des zweiten Schwimmbeckens kosten. „Auch das ist etwas Besonderes“, so Feith. „Der Auslöser war ja die Finanzkrise, und die Investition nur Dank des Konjunkturpaketes möglich.“
Solinger Firma setzte sich europaweit bei Ausschreibung durch
Anfang des Monats war Baubeginn für das Becken mit Hubboden, welches etwa 25 mal 12,5 Meter groß sein wird. „Diese Lösung macht mich auch persönlich stolz“, sagte Feith. Schon als Sportdezernent habe er diesen Boden für eine geeignete Lösung gehalten. „Hier kann Schwimmausbildung stattfinden, gleichzeitig können aber auch Kanuten sowie Synchronschwimmer das Becken nutzen.“
Nicht nur das Projekt an sich sei besonders, sondern vor allem, dass eine Solinger Firma die europaweite Ausschreibung gewonnen habe. Kissel erhielt den Zuschlag. „Das sichert Arbeitsplätze in unserer Stadt“, so Weeke. „Wir haben hart kalkuliert“, sagte Dr. Norbert Zimmermann von der Kissel-Geschäftsleitung. „Den Auftrag wollten wir unbedingt. Schließlich haben wir schon die Sporthalle umgebaut.“ Dass sie sich tatsächlich europaweit durchsetzen konnten, sei vor allem den Mitarbeitern zu verdanken. „Die haben klug gerechnet. Das war ein hartes Stück Arbeit.“
Zimmermann war es auch, der die Anwesenden noch einmal zur klimpernden Beigabe in die Zeitkapsel bat. „Neben Münzen sind ein Plan der Halle, Visitenkarten des Kämmerers sowie des Oberbürgermeisters und eine Firmenbroschüre von uns in der Kapsel. Zudem das Solinger Tageblatt“, so der Bauunternehmer.
Gemeinsam versenkten der Oberbürgermeister, der Kämmerer, Planungsdezernent Hartmut Hoferichter, der Vorsitzende des Sportausschusses Ernst Lauterjung und Dr. Norbert Zimmermann die Glückskapsel im Mörtel. Anschließend packten alle an, um die messingfarbene Tafel mit Stadtwappen und Aufschrift „Umbau / Erweiterung Klingenhalle“ aufzulegen. Nach dem offiziellen Akt machte sich Weeke Gedanken um die Zukunft: „Bis Juni 2011 muss alles fertig sein, sonst drohen die Fördergelder zu verfallen.“ cbi