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26.11.2011 09:57
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Gaucks Formel: „Komplex denken, einfach reden"

Dieser verflixte Euro. „Der hält mich auf Trab“, sagte Jean-Claude Juncker am Donnerstagabend während seiner Laudatio für den neuen Preisträger der „Schärfsten Klinge“, Joachim Gauck. Eigentlich hatte sich Luxemburgs Regierungschef auf „einen geruhsamen Abend mit Herrn Gauck eingestellt“. Doch daraus wurde in Solingen abermals nichts. Wie schon bei seiner eigenen Klinge-Auszeichnung 2008, musste „Mr. Europa“ unmittelbar nach dem Festakt wieder abdüsen. Der Kampf um die schwächelnde Währung verlangt Juncker alles ab. „Man könnte meinen, es gibt keinen Fortschritt in Europa“, sagte der Premier mit dem für ihn typischen Augenzwinkern. Damals im September 2008 hielt ihn die Finanz- und Wirtschaftskrise in Atem. Immer wenn auf dem Kontinent ein Rettungskommando zusammengestellt wird, ist Juncker mit von der Partie.

Und dennoch nahm er sich gerne Zeit, um die Person Gauck und dessen Bedeutung treffend zu skizzieren. Dieser Demokratielehrer der Deutschen passe in keine Schublade, erklärte Juncker. So vielschichtig sei er. „Im noblen zoologischen Sinn chamäleonhaft. So viele Farben hat er.“ Seit Gauck über Freiheit spreche, sei dieses Wort wieder zu einem Begriff geworden, zu einer Bezugsmasse. Auch weil Gauck beherrsche, womit sich die meisten vergeblich mühen: „Er denkt kompliziert und redet einfach. Bei Politikern wie mir ist es umgekehrt.“

„Gauck findet sich nicht dem ab,
was er vorfindet“

Juncker schätzt die Leidenschaft, mit der Gauck zu Werke geht. „Er findet sich nicht mit dem ab, was er vorfindet.“ So sei er auch als Bewerber für das Bundespräsidentenamt „ein Kandidat des Fordernden und der Unruhe“ gewesen.

Für den Luxemburger Ausnahmepolitiker mit dem feinen Humor ist Gauck „eine liebenswerte, epochemachende Figur“. Und diese Wertschätzung gipfelte am Donnerstag in dem umwerfenden Kompliment: „Man mag Deutsche wie ihn.“ kra