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13.11.2010 10:44
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Finanz-Engpass im Museum Baden vorerst überbrückt

Was für eine Woche im Museum Baden. In den vergangenen Tagen war das Haus vor allem durch positive Nachrichten in den Schlagzeilen. Schließlich befinden sich die Verhandlungen für die künftige Struktur des Zwei-Säulen-Modells mit einem Kunstmuseum Solingen und einem Zentrum für verfolgte Künste auf der Zielgeraden. Die entscheidenden Fragen scheinen nach langen und schwierigen Gesprächen gelöst (ST berichtete).

Doch das verstellte den Blick auf die aktuelle Lage im Museum. Und diese war noch zu Wochenbeginn mehr als brenzlig, denn an der Wuppertaler Straße hatten die Verantwortlichen mit einem bedrohlichen Finanzengpass zu kämpfen. Die Liquidität war derart ausgereizt, dass in Museumskreisen sogar schon von Insolvenzgefahr die Rede war. Vor-übergehend sah es so aus, als könnten die Gehälter nicht bezahlt werden. Was das Tageblatt aus zuverlässigen Quellen erfuhr, bestätigte am Freitag auch Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) auf Nachfrage.

Minus von 50 000 Euro durch die Goya-Ausstellung?

Offenbar sind die aktuellen finanziellen Probleme auf die derzeit im Museum Baden laufende Goya-Ausstellung zurückzuführen. Diese sei nicht nur sehr kostspielig, heißt es, sondern finde bei den Besuchern auch nicht den gewünschten Anklang. Es kommt daher deutlich weniger in die Kasse als angenommen. Von einem Minusgeschäft in Höhe von etwa 50 000 Euro ist die Rede. Museumsdirektor Dr. Rolf Jessewitsch, der für das künstlerische Programm verantwortlich zeichnet, war für eine Stellungnahme am Freitag nicht zu erreichen.

Die größe Gefahr sei aber vorerst abgewendet, hieß es am Freitag im Rathaus. Die Stadt hilft bei der Überbrückung. Feith: „Ich stehe dafür gerade, dass die Mitarbeiter ihr Gehalt bekommen. Es gibt keinen Zahlungsverzug.“ Auch die 12 000-Euro-Spende aus der Lesung von Medien-Star Richard David Precht hilft vermutlich, die angespannte Situation zu entschärfen. 170 000 Euro seien zudem vom Verwaltungsrat der Stadt-Sparkasse bewilligt worden, erläuterte der Oberbürgermeister dem ST.

Von der Geschäftsführung erwartet er bis Dienstag Vorschläge: „Wir müssen aus den Ressourcen des Museums schöpfen. Ich habe kein Interesse daran, ein falsches Signal nach Köln zu senden.“

Das betonte auch der verärgerte Vorsitzende des Kulturausschusses Rainer Villwock (FDP): „Wir sind gerade in einer schwierigen Phase. Da ist es wenig hilfreich, solche Gerüchte in die Welt zu setzen.“ kra, flm, kc