Es war ein bitteres Geburtstagsgeschenk: 50 Jahre nach der Gründung der Kreisgruppe Solingen stimmte Oberbürgermeister Norbert Feith den Paritätischen Wohlfahrtsverband auf harte Einschnitte ein. „Ich will ehrlich zu Ihnen sein“, sagte er auf der Jubiläumsfeier am Samstag, „um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu bewahren, müssen wir tätig werden.“ Feith versprach, den Sparkurs nicht nur den Sozialverbänden aufzubürden. Er betonte aber auch, dass die bisherige Finanzierung nicht aufrecht erhalten werden könne.
Zugleich lobte er den Dachverband, dem in Solingen viele Vereine aus dem Familien- und Sozialbereich angehören, für seine Arbeit und bezeichnete ihn als wichtigen Partner der Kommune. „Soziale Gerechtigkeit heißt nicht nur Verteilungsgerechtigkeit, sondern auch Chancengleichheit“, sagte der Oberbürgermeister.
Landesvorsitzender Hans-Peter Metje gab einen Einblick in die Historie des DPWV, der bei seiner Gründung 1924 noch auf Zuschüsse des Arbeitsministeriums in Höhe von 44 Billionen Mark zurückgreifen konnte - zu Zeiten der Hyperinflation. Nachdem im November 1929 zunächst die Ortsgruppe Wuppertal gegründet wurde, gab es 1930 bereits zwei Mitgliedsvereine in Solingen: den Bergischen Verein fürs Gemeinwohl sowie das Männerheim der Heilsarmee. Gerd Brehms, Geschäftsführer des Paritätischen, schmunzelte, als er auf die Gründung der Solinger Kreisgruppe 1960 zurückblickte. „Die fand nicht etwa hier statt, sondern in Wermelskirchen.“ prz