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25.11.2010 09:27
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Müngsten: „Fakten endlich auf den Tisch“

Unverständnis und Empörung überall: Weiterhin hohe Wellen schlägt die Nachricht, dass das Eisenbahnbundesamt (EBA) in Bonn die Müngstener Brücke bis auf weiteres gesperrt hat, weil die Deutsche Bahn noch nicht den bereits im April verlangten Nachweis zur Standsicherheit der 113 Jahre alten Bogenbrücke erbracht hat (ST berichtete).

„Die Informationspolitik, beziehungsweise Nicht-Informationspolitik, der Deutschen Bahn ist ein Ärgernis für die Bahnkunden und für die Städte Remscheid und Solingen. So geht man nicht mit uns um. Und wir nehmen das auch nicht weiter hin“, zog gestern Hartmut Hoferichter sein persönliches Fazit angesichts der erneuten Hiobsbotschaft durch die Sperrung des EBA.

Der Erste Beigeordnete übt geharnischte Kritik und zieht Konsequenzen: Gemeinsam mit Remscheid und der Industrie- und Handelskammer (IHK) werde Solingen in den nächsten Tagen einen Brandbrief an den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Nordrhein-Westfalen, Reiner Latsch, richten. „Dieser Brief“, so Hoferichter, „enthält zwei Forderungen.“ Erstens möge die Bahn die Stadtspitzen kurzfristig zu einem Informationsgespräch einladen. Dabei sollen alle Fakten zum Zustand und zur Zukunft der Brücke „auf den Tisch gelegt“ werden. Zweitens sollen Vertreter der DB den Planungsausschüssen der Städte Rede und Antwort stehen.

Das Eisenbahnbundesamt ist zur Gefahrenabwehr da

„Wir sind eine Aufsichtsbehörde, die zur Gefahrenabwehr da ist. Darum der Sperr-Bescheid“, unterstrich gestern nochmals EBA-Pressesprecherin Heike Schmidt. Der Bescheid sei „ein Verwaltungsakt“, darum könne die Behörde dazu auch keine Details wie Auflagen öffentlich machen. „Aber die Deutsche Bahn AG als Betroffene kann dies.“

Doch der Bahn-Konzern hält sich weiter bedeckt. Ihr Sprecher Udo Kampschulte: „Wir werden der Aufsichtsbehörde bald die noch notwendigen Unterlagen zur Statik vorlegen. Für uns ist die Brücke jedenfalls standsicher“, blieb Kampschulte auch gestern inhaltlich nichtssagend.

Ob der Freigabe-Termin 12. Dezember eingehalten werde, hinge nicht nur vom „leider einsetzenden Frost“ ab, sondern „eben auch vom EBA in Bonn“.

Offen bleibt so die Frage, wie ernst es die DB mit der Sanierung der Brücke meint, zumal der Verkehrsverbund Rhein/Ruhr am Dienstag die Bedienung des „Müngsteners“, der Regionalbahn 47, ab 2013 dem privaten Bahn-Unternehmen „Abellio“ übertragen hat. Denn wer saniert schon eine Brücke für eine mittlere zweistellige Millionen-Euro-Summe, wenn er keinen Nutzen davon hat? „Abellio“ will, so Firmen-Sprecherin Barbara Schüler, in einigen Tagen seine Pläne für die Zukunft der Müngstener Brücke bekannt geben. Verschiedene Szenarien mit dem sanierungsbedürftigen Bauwerk würden durchgespielt. hpm