„Solingen kann rocken, wir wissen das!“, eröffnete Extrabreit-Sänger Kai Havaii gestern Abend das Gastspiel in Solingen auf dem Neumarkt. Mehr als 4000 Fans hatten sich versammelt, um die „Wegbereiter“ der Neuen Deutschen Welle (NDW) zu feiern, die nicht nur mit ihren „alten“ Klassikern gekommen waren, sondern auch fetzige neue Stücke im Repertoire hatten.
„Mit dem Begriff NDW stehen wir eigentlich auf Kriegsfuß, wir verstehen uns viel mehr als Rockband“, meinte Kai Havaii und setzte diese Ansage dann so um, wie der traditionelle Song am Ende des Konzerts auch verhieß: „Junge, wir können so heiß sein.“ Heiß war auch der Erfolgshit „Hurra, die Schule brennt“, obwohl zu dieser späten Stunde kein Schüler mehr auf den Beinen war. „Kleptomanie“ und „Polizisten“ erinnerten an die 80-er Jahre, mit „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ wurde an Hildegard Knef erinnert, und mit „Flieger, grüß mir die Sonne“ ging es nahtlos zu den neuen Stücken über.
Nach „Tanzen“ war „Besatzungskind“ angesagt, eine „Nachkriegshalbballade“. Auf den Ausdruck „Halbballade“ sind die Musiker besonders stolz. „Das Stück ist nicht so laut, und so was macht sonst kaum jemand“, so Kai Havaii, der zusammen mit Stefan Kleinkrieg (Gitarre), Rolf Möller (Schlagzeug) und Bassist Lars Larsson von Anfang an zu „Extrabreit“ gehörte. Seit 1993 vervollständigt Bubi Hönig (Gitarre) den Fünfer-Club, der ohne elektronische Verstärkung durch ein Keyboard auskommt.
Solinger Gruppe „Flash Over“ startete mit eigenen und gecoverten Songs
Den ersten Auftritt auf dem Neumarkt im Rahmen des „Echt.- Scharf.Solingen“-Wochenendes hatte die Solinger Gruppe Flash Over. Organisator Philipp Müller: „Wir fangen da an, wo wir voriges Jahr aufgehört haben.“ 2010 hatte die Band am völlig verregneten Sonntag ihren Auftritt gehabt, bevor die Veranstaltung abgebrochen wurde. Mit drei Böllern und viel Qualm starteten die sieben Musiker mit Frontmann Niclas Kurzrock und Sängerin Nathi Kelder und sorgten mit „Jump Rocking all over“ gleich für Begeisterung.
Das Repertoire von Flash Over besteht je zur Hälfte aus gecoverten Stücken und Eigenkompositionen. Niclas Kurzrock: „Wir haben 2007 mit eigenen Songs angefangen, dann aber gemerkt, dass die Coverstücke auch gut angekommen sind.“ Doch mit ihren eigenen Ideen wie „Fucking Bad Day“ oder „Music“ brauchten sie sich nicht zu verstecken und ernteten nach gut zwei Stunden viel Beifall. bro.