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05.08.2010 14:30
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Ein Naturbad für Ohligs?

Was wird aus dem Heidebad? Die von der Verwaltung vorgeschlagene Schließung hat der Rat abgelehnt. Stattdessen soll erneut geprüft werden, ob das Ohligser Freibad in ein Naturbad umgewandelt werden kann. „Das wäre ein Magnet“, ist sich BfS-Chef Martin Bender sicher, dessen Verein die Idee erstmals 2006 ins Spiel brachte. Der Stadtdienst Sport hatte die Kosten einer Umwandlung 2009 auf rund 2 Millionen Euro geschätzt. Die Betriebskosten (163 000 Euro im Jahr) könnten durch ein Naturbad um die Hälfte gesenkt werden.

Chronik des Ohligser Heidebades

1926 Krengs Diek (Kringsteich) wird als provisorisch ausgebauter „Badetümpel“ genutzt.
1928 Zum regulären Schwimmbad ausgebaut, wird das Heidebad, damals noch „Sauerbreybad“, am 3. Juni eröffnet. Neben dem Becken aus Eisenbeton gibt es einen so genannten Vorwärmer. Dieses Klär- und Vorwärmbecken sorgt dafür, dass sich das Wasser des Schwimmbeckens alle 10 Tage erneuert. Für die Reinigung des aus Heidequellen kommenden Wassers gibt es eine Kohlefilteranlage.
1950 Das kriegsbedingt vernachlässigte Heidebad wird generalgereinigt.
1970 Für eine Million Mark wird das Bad um- und ausgebaut.
1996 Nachdem die rot-grüne Ratsmehrheit beschlossen hat, das Bad zu schließen, kommt es zum ersten Bürgerentscheid in Solingen: 33 554 Stimmen für, 3537 gegen das Heidebad.

Mettmann spart hier bereits seit fünf Jahren: 2005 hat die Kreisstadt ihr marodes 70er-Jahre-Freibad in ein Naturbad umgebaut. Laut Stadtverwaltung sind die Stromkosten dadurch um die Hälfte zurückgegangen, der Wasserverbrauch gar um bis zu 90 Prozent, weil das Bad aus einem extra gebohrten Brunnen versorgt wird. 1,2 Millionen Euro kamen aus einem EU-Förderprojekt, die restlichen 1,8 Millionen Euro musste die Stadt selbst stemmen. „Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten. Es wurde der Eindruck erweckt, ein gutes Bad würde gegen einen Schlammteich getauscht“, erinnert sich der Mettmanner Baudezernent Kurt Werner Geschorec.

Besucherzahlen stiegen nach der Umwandlung leicht

Heute sei davon keine Rede mehr. Die Besucherzahlen seien leicht gestiegen. 2009 kamen rund 33 000 Gäste (zu Freibadzeiten waren es im Schnitt 27 500). Für das Naturbad sei die Wasserfläche um ein Drittel vergrößert worden - durch eine Flachwasserzone. Das durch die Sonne erwärmte Wasser wird dann in die tieferen Bereiche gepumpt. Ein System aus drei Schilfbeetstufen und einer Kiesstufe reinige das Wasser vollbiologisch, erläutert Geschorec. Die rund 5000 m2 große Filterfläche liegt außerhalb des Freibadgeländes.

Das wäre in Ohligs nicht möglich - das Heidebad befindet sich mitten im Naturschutzgebiet. „Wer es als Naturbad erhält, muss sich klar sein, dass die Wasserfläche zu Gunsten der Filterfläche verkleinert wird“, sagt CDU-Fraktionschef Bernd Krebs. Die CDU hat dem Prüfauftrag für eine Umwandlung zugestimmt - trotz früheren Widerstands. „Wenn die Bad-Grenzen nicht angetastet werden, tragen wir das mit.“

BfS-Mann Bender ist überzeugt, „dass eine Umwandlung in den jetzigen Grenzen möglich ist, auch wenn das zu Lasten von Liege- und Wasserfläche geht“. Die Stadtverwaltung habe bislang mit unrealistischen Zahlen gearbeitet, kritisiert er. Statt mit 3000 Besuchern pro Tag müsse man mit maximal 1800 rechnen.

Auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW ging in einer Stellungnahme 2007 von mindestens 3000 Badegästen pro Tag aus - und zweifelte an, ob eine Umwandlung in ein Naturbad mit dem Naturschutz vereinbar wäre. asc