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06.04.2011 10:18
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Die letzten Tage des Hallenbads Ohligs

Von Anja Kriskofski

Die Zeit scheint still zu stehen im ersten Stock des Hallenbads Ohligs: In der Wannen-Brause-Abteilung reiht sich ein Badezimmer ans andere. Bis vor wenigen Jahren seien noch vereinzelt Gäste gekommen, nur um ein heißes Bad zu nehmen, erinnert sich die leitende Schwimmmeisterin der Stadt, Cornelia Duhr: „Früher musste man hier sogar Schlange stehen.“ Ein Schild an der Wand mahnt noch immer, die Benutzungszeit von 30 Minuten nicht zu überschreiten. Doch hier wurde schon lange kein Wasser mehr eingelassen. Seit 2006 ist der öffentliche Schwimmbetrieb eingestellt, das Hallenbad nutzen nur noch Vereine und Schulen. Im Juli ist auch damit Schluss: Nach 83 Jahren schließt die Badeanstalt an der Sauerbreystraße.

Was aus dem Gebäude wird, ist weiter unklar. „Das werden wir mit der Stadtentwicklung nach der Schließung überlegen“, sagt Ernst Schneider, Geschäftsführer der städtischen Beteiligungsgesellschaft, zu der die Bäder gehören. „Wir warten ab, ob mit dem Klingenbad-Umbau alles klappt.“ Der soll im Sommer abgeschlossen sein. Für die Sauerbreystraße kann sich Schneider einiges vorstellen: Der Klinkerbau könne für „Events“ genauso genutzt werden wie als Fitness-Studio - oder sogar als Brauerei, wie im „Brauhaus“ in Wuppertal-Barmen. Bislang sei aber noch kein potenzieller Investor an die Stadt herangetreten. Der müsse Geld und ein Konzept haben, das sich im denkmalgeschützten Gebäude umsetzen lässt.

Grundschulen befürchten, dass weniger Zeit zum Schwimmen bleibt

Doch noch ziehen die Schwimmer ihre Bahnen. Jeden Dienstag sind das unter anderem die Schüler der Grundschule Uhlandstraße. Zwei Schulstunden stehen den dritten Klassen zur Verfügung, berichtet Lehrerin Anja Dombrowski. Ziehe man die Fahrt- und Umziehzeiten ab, blieben 25 Minuten im Wasser. „Und das ist schon viel.“

Im Klingenbad werde künftig noch weniger reine Schwimmzeit bleiben, befürchtet ihre Kollegin Carolin Müller - auch, weil die Schüler aus Aufderhöhe dann einen weiteren Weg ins Hallenbad haben.

Die Vereine müssen sich ebenfalls umstellen: Der Ohligser Turnverein nutzt derzeit knapp 40 Trainingsstunden pro Woche im Hallenbad Ohligs, berichtet die 2. Vorsitzende Beate Globisch. Im Klingenbad werden es ab Sommer wohl nur noch 33 sein, auf einen groben Plan für die Wasserzeiten hätten sich die Schwimmvereine bereits verständigt. „Die Vereine haben sich mit der Schließung abgefunden.“ Dennoch befürchtet sie negative Folgen für die OTV-Schwimmabteilung: „Viele Ohligser könnten nach Leichlingen oder Haan abwandern.“

Das Aus für die Sauerbreystraße bedauert Beate Globisch (Jahrgang 1967) auch aus persönlichen Gründen. Wie Schwimmmeisterin Duhr hat auch sie hier das Schwimmen gelernt. „Ich werde sicher eine Träne verdrücken, wenn das Bad zu macht.“