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04.08.2010 10:39
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Die Sanierung der Brücke steht

Wie teuer es wird, weiß noch keiner. Trotzdem legen sich Bund, Land und Bahn fest: Sie werden die Müngstener Brücke zwischen Solingen und Remscheid umfassend sanieren. „Wir gehen davon aus, dass die Brücke mittelfristig in Betrieb

Zum Zustand der Brücke

Alter Die Müngstener Brücke ist 113 Jahre alt. Ihren letzten grundlegenden Schutzanstrich hat sie vor 50 Jahren erhalten.

Optik Als „miserabel“ bezeichnete ein Bahnexperte den optischen Zustand der Brücke Anfang des Jahres in einer Sitzung des Planungsausschusses. Damals schätzte er die Kosten für einen Rostschutzanstrich auf bis zu 30 Millionen Euro. Das könne die Bahn nicht stemmen. Außerdem seien für zwei bis drei Jahre langfristige Gleissperrungen und kostspieliger Schienenersatzverkehr notwendig.

Budget Nach Auskunft eines Bahnsprechers waren die ersten Kostenschätzungen weit überzogen, Details nennt er mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen aber nicht. Derzeit steht für die Brücke ein Jahresbudget von rund 400 000 Euro zur Verfügung.

bleiben wird und von uns alle Maßnahmen durchgeführt werden, die dazu notwendig sind“, erklärte ein Bahnsprecher gestern auf Tageblatt-Anfrage. „Das Geld, das dafür notwendig ist, wird bereitgestellt werden.“

Im NRW-Verkehrsministerium spricht man von „einem klaren Bekenntnis“ zur Brücke. Der neue Chef des Hauses, Harry K. Voigtsberger (SPD), sowie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatten zu dem Thema zuletzt einen Schriftverkehr mit Bahnchef Rüdiger Grube geführt. „Die Brücke ist für das Bergische Land von großer Bedeutung“, betont Voigtsberger. Darum sei es wichtig, dieses Denkmal zu erhalten. „Es ist für die Menschen ein technisches, architektonisches Erlebnis.“

Messinstrumente installiert, Ende August Belastungstest

Auch die Solingerin Sylvia Löhrmann (Grüne), in Düsseldorf inzwischen zur Schulministerin und stellvertretenden Ministerpräsidentin aufgestiegen, hatte in der Angelegenheit Dampf gemacht.

Fünf Jahre soll es voraussichtlich dauern, die Brücke so in Schuss zu bringen, dass sie zukunftstauglich ist. Schneller gehe es nicht, weil nur abschnittweise gearbeitet werden könne. Von November bis März sei es zudem aus Wettergründen kaum möglich, den dringend nötigen Korrosionsschutz anzubringen. Neben den üblichen, regelmäßig laufenden Instandsetzungsarbeiten seien auch Teilerneuerungen der Brücke geplant, teilt das NRW-Ministerium mit. Mit dem Eisenbahn-Bundesamt als Aufsichtsbehörde habe die Bahn bereits einen Maßnahmenkatalog abgestimmt. „Wir stehen bereits mit verschiedenen Firmen in Kontakt.“

Zu den Kosten und dem genauen Ausmaß der Sanierung sagt die Bahn derzeit nichts. Sie verweist auf ein Statik-Gutachten, das in Arbeit ist, bis Ende September vorliegen und dann detailliert Auskunft geben soll über Zustand und Belastbarkeit der Brücke. „Die ersten Messinstrumente sind installiert“, sagt ein Sprecher. Für Ende August seien Testfahrten mit schweren Lokomotiven geplant. Bis dahin bleibt die Brücke für schwere Züge gesperrt, Regionalbahnen dürfen nur Schritttempo fahren.

Auch das Brückenfest am letzten Oktoberwochenende muss ohne Dampfloks planen. „Gehen Sie weiter davon aus, dass diese nur von Ohligs bis Schaberg fahren“, heißt es. Das könne sich nach Vorlage des Gutachtens natürlich noch einmal ändern. Fraglich ist nur, ob dann die Zeit noch ausreicht, um den Fahrplan der nostalgischen Dampfloks anzupassen. kra