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06.09.2007 16:26
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Die Hälfte schwimmt fremd
Von Jürgen König

Wo gehen die Solinger zum Schwimmen? Wie wohl fühlen sich unsere Bürger in ihren Sporthallen? Müssen neue Sportplätze gebaut werden? Der Beantwortung dieser und anderer Fragen versucht die Stadt durch den Sportentwicklungsplan näher zu kommen. In der letzten Sitzung des Sportausschusses trugen Prof. Dr. Horst Hübner und Oliver Wulf von der Bergischen Universität Wuppertal die Ergebnisse der Einwohnerbefragung vor.

Ohligs leidet besonders

Die repräsentative Umfrage wurde spannend, als es ums Schwimmen und damit um die Bäderdiskussion ging. Tatsächlich findet nur knapp die Hälfte (49,2 Prozent) aller schwimmerischen Aktivitäten der Solinger Bevölkerung auch auf dem eigenen Stadtgebiet statt. Immerhin 16,6 Prozent stehen für Wald und die Beliebtheit des Hallenbades Vogelsang sowie des Freibades Ittertal. Aber dies kann die enormen Pendlerbewegungen nicht ausgleichen: 11,2 Prozent aller Solinger Schwimmaktivitäten werden in Hilden abgewickelt; 7,9 Prozent verbucht das nicht gerade um die Ecke befindliche Burscheid. Leichlingen (6,3 Prozent), Haan (5,9), Wuppertal (5,3) und Remscheid (4,7) profitieren ebenfalls von einer nicht alle zufriedenstellenden Situation hier in der Klingenstadt. Ganz extrem sieht es in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid aus, wo nur 19,7 Prozent in ihrem Stadtteil schwimmen gehen. Größter Nutznießer ist ob der Nähe natürlich Hilden (21,1 Prozent).

Die Hit-Liste der beliebtesten Schwimmbäder führt das Hallenbad Vogelsang mit 18,8 Prozent an. Hinter dem Freibad Ittertal (8,6) folgt dann schon das erste auswärtige Bad (Hildorado, 8,0). Die weitere Rangfolge: Klingenbad (7,6), Burscheid (7,4), Blütenbad Leichlingen (7,0), Freibad Heide (6,6), Freibad Schellbergtal (5,1), H2O in Remscheid (4,5) sowie das Stadtbad Haan (3,9).

Auch im Vergleich mit den anderen bergischen Großstädten zieht Solingen den Kürzeren. Die „Sport-vor-Ort“-Quote des Schwimmsports mit 49,2 Prozent liegt deutlich hinter Remscheid (65,1) und Wuppertal (69,2). Eine hohe Bindung gibt es wegen Vogelsang noch in Gräfrath (63,7 Prozent aus diesem Stadtteil schwimmen in Solingen) und Wald (60,8), Schlusslicht ist Ohligs (34,1). „Die Zahlen zeigen auf, dass sich schnellstmöglich etwas tun muss“, sagte Vorsitzender Ernst Lauterjung stellvertretend für den Sportausschuss.