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04.05.2010 10:44
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„Die Angeklagte ist leicht beeinflussbar“

Endet bald der Prozess um eine 85-jährige Merscheiderin, die in den Heroinschmuggel verwickelt sein soll? Noch ist offen, ob die Seniorin sich weiter vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten muss oder ob das Verfahren vorläufig eingestellt wird.

Laut einer Gutachterin, die am gestrigen zwölften Prozesstag gehört wurde, ist die Solingerin verhandlungsunfähig. Zudem sei nicht auszuschließen, dass sie bereits im angeklagten Zeitraum in ihrer Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt gewesen sein könnte. Auch sollen Hinweise auf eine „beginnende senile Demenz“ vorliegen.

Zu den Vorwürfen äußerte sich die Rentnerin nicht

Die Angeklagte war von zwei Experten psychiatrisch und psychologisch untersucht worden. Dabei habe sich gezeigt, erklärte die Gutachterin dem Gericht, dass sie keine „Powerfrau“ sei. Vielmehr lasse sie sich leicht durch Manipulationen, Befehle und Forderungen beeinflussen. Sie sei ein emotional labiler Mensch, introvertiert, gehemmt, der über eine geringe Organisiertheit und Stresstoleranz verfüge.

Im Alltag könne sich die Angeklagte nicht alles merken. Sie vergesse vieles. So hatte es die 85-Jährige der Expertin geschildert. „Tüdelig“ werde sie nicht gern genannt. „Sie ist bemüht um die Aufrechterhaltung einer Fassade“, erklärte die Gutachterin. Zu den Anklagevorwürfen äußerte sich die Seniorin in der Untersuchung allerdings nicht.

Angeklagt in dem Prozess sind fünf Solinger, darunter auch ihr Sohn (50). Bei Kurierfahrten nach Holland soll die 85-Jährige mitgemacht, Drogen und Geld für Einkäufe gebunkert haben.

Ob das Gericht den Ausführungen der Expertin folgt, werden die weiteren Prozesstage zeigen. Die Staatsanwältin hat einen dritten Gutachter damit beauftragt, den vorgelegten Befund „methodenkritisch“ zu prüfen. Am 12. Mai wird auch der Gutachter gehört, der die Angeklagte psychologisch untersucht hat. cd