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05.05.2011 10:07
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Dickenbusch: SPD stoppt Ausbau

Die Entscheidung gestern Abend in der Sitzung der SPD-Ratsfraktion fiel so einstimmig wie überraschend aus: Die äußerst umstrittenen Umbaupläne des Verkehrsknotens Dickenbusch werden zumindest vorerst nicht weiterverfolgt. „Wir wollen zunächst abwarten, ob das Einkaufszentrum Hofgarten überhaupt gebaut wird“, sagte Fraktionsgeschäftsführer Wolfgang Schreiber gegenüber dem ST. Damit dürfte es sowohl im Stadtrat als auch in den Bezirksvertretungen Mitte sowie Burg/Höhscheid vorerst keine Mehrheit mehr für die umstrittenen Ausbaupläne geben.

Zuvor hagelte es bei einem Ortstermin geballte Bürgerkritik

Von dieser Entscheidung betroffen sind auch die Ausbaupläne der Kölner Straße zwischen der Hauptpost und der Einmündung Birkenweiher. Auch das Gesamtpaket der Vorzugstrasse zur Innenstadtentlastung (vom Schlagbaum über Kronprinzenstraße, Weyersberger Straße, Friedrichstraße, Kölner Straße, Birkenweiher, Birker Straße bis zum Werwolf) wird damit vorerst ruhen.

Der letztlich ausschlaggebende Grund, die Umsetzung der Ausbaupläne Dickenbusch zumindest aufzuschieben, war offensichtlich der vor der Fraktionssitzung anberaumte Ortstermin am Dickenbusch.

Die gut drei Dutzend erschienenen Anwohner der Friedrichstraße, der Katternberger Straße, der Martin-Luther-Straße sowie aus den Wohngebieten am Katternberg und am Hossenhaus machten dabei allzu deutlich, was sie von den derzeitigen Planungen zum Umbau des Knotens Dickenbusch halten: überhaupt nichts. Da war von „reiner Flickschusterei“ und „eindeutigen Verschlechterungen“ die Rede. Die Anwohner stießen sich vor allem an dem geplanten Linksabbiegeverbot in die Katternberger Straße für Autofahrer, die vom Graf-Wilhelm-Platz kommend am Dickenbusch Richtung Katternberg/Hossenhaus wollen.

„Sollen wir also von der Innenstadt abgeschnitten werden?“, formulierte es eine Anwohnerin vom Hossenhaus empört. Sie fand dabei massive Unterstützung bei allen Bürgern, die gekommen waren. Anwohner der Martin-Luther-Straße – über sie sollte dann bekanntlich der Verkehr zukünftig rollen – sehen das als „fatales Unterfangen“: „Diese Straße ist doch viel zu schmal und zu kurz. Und das Linksabbiegen in die Katternberger Straße ist schon heute bei diesem Verkehrsaufkommen fast unmöglich“, wetterten sie. Einhellige Bürger-Meinung: keine Experimente!

Wenn schon kein Geld für einen Ausbau des Knotens in Form eines leistungsfähigen Kreisverkehrs da sei, dann solle man lieber am Dickenbusch alles belassen, wie es ist. Dieser Meinung entsprach gestern Abend der SPD – zumindest vorläufig. hpm