Im Dezember, kurz vor Weihnachten, hatte der Stadtrat die Gründung der Gesellschaft Zentrum für verfolgte Künste GmbH beschlossen. Viel Zeit war zuvor verstrichen, ehe im politischen Raum diese Entscheidung herbeigeführt werden konnte. Und mitunter schien es, als solle das Projekt gänzlich scheitern – die Verantwortlichen beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) stellten öffentlich in Frage, ob denn das Rathaus das Zentrum tatsächlich wolle.
Leiter der Nationalbibliothek und des Literaturarchivs sind dabei
Nun aber will niemand mehr Zeit ins Land ziehen lassen: Am 12. Februar erwartet Dr. Rolf Jessewitsch, Direktor des Kunstmuseums Solingen, eigenen Angaben zufolge eine hochkarätige Delegation. Kulturstaatsminister Bernd Neumann entsendet Spitzenbeamte nach Gräfrath. Sie wollen sich einen Eindruck vom Museum und den Exponaten machen: Das betrifft die Sammlung Schneider, die Sammlung Serke und Meistermann-Werke.
Ebenfalls reisen an: Dr. Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, und Prof. Dr. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs in Marbach. Ursprünglich sollte die Delegation bereits Ende Januar nach Solingen kommen. Das kollidierte allerdings mit einer Veranstaltung im Museum.
Die Besuchsreise soll auch dazu dienen, Möglichkeiten der Förderung durch den Bund auszuloten. Wobei Jürgen Hardt, Bundestagsabgeordneter für Solingen, Wuppertal und Remscheid, Informationen und Hinweise aus dem Berliner Ministerium erhalten hat, wonach die Sammlung in Solingen nicht einzigartig und umfassend genug sei, um vom alleinigen Zentrum für verfolgte Künste zu sprechen. Daher sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, wie das künftige Zentrum mit anderen Häusern, die ebenfalls mit diesem Thema befasst sind, vernetzt werden kann. Dies sagte der CDU-Mann im ST-Gespräch.
Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) hatte in der entscheidenden Ratssitzung vor wenigen Wochen davon gesprochen, dass Solingen eine Einrichtung erhalte, „die mindestens bundesweit ausstrahlt“.